Teichschale selbst einbauen

Teichschalen (auch Teichwannen, Teichbecken oder Fertigteiche genannt) werden meistens selbst eingebaut. Das ganze ist kein Hexenwerk. Folgende Anleitung gilt für Miniteiche wie auch für größere Fertigteiche.

Je größer desto mehr Technik und Planung kommt hinzu.

Der Einbau einer Teichschale, ob groß oder klein, ist im Prinzip immer gleich. Diese Anleitung gilt im Prinzip für alle Behälter, ob für ein Fass oder einen Mörtelkübel.

Eine Teichschale kann man ebenerdig oder auch etwas erhöht einbauen. Ein erhöhter Einbau ist dann besonders reizvoll wenn ein Überlauf und Bachlauf geplant ist.

Weitere Informationen zu Teichschalen, verwendetes Material und Angebote.

Checkliste: Material für den Selbsteinbau

 Teichschale – selbst wenn es sich um eine kleinen Fertigteich handelt ist der Transport nicht ganz so einfach. Entweder hat man ein großes Fahrzeug, einen Anhänger, der Baumarkt liefert oder man bestellt im Internet und der Spediteur liefert.

 Sand – Sand wird benötigt um der Teichschale einen sicheren Unterbau zu geben. Die Menge hängt davon ab wie genau man arbeitet. Zwei bis drei Schubkarren sollten ausreichend sein. Oft gibt es Sand in Säcken zu kaufen, 10 Säcke sollten gut ausreichen. Hat man etwas übrig, so lässt sich dieser immer irgendwo verwenden.

 Kies – für den Flachwasserbereich, den Rand und für den Teich selbst. Die Menge ist sehr individuell. Häufig haben die Teichschalen eine Rinne über der das Wasser wie in einem Bachlauf um den Teich läuft. Manche legen auch gerne Kies außerhalb der Teichschale an den Rand um diesen zu kaschieren.

Achtung: Kies verteilt sich im Laufe der Zeit über die Wiese und kommt möglicherweise in das Mähwerk des Rasenmähers

Kies kann man in Säcken kaufen. Mit 5 Säcken kommt man schon weit.

Benötigt wird der Kies auch für die Pflanzen um die Pflanzkörbe zu beschweren.

Tipp

Wird der Sand auch innerhalb des Teiches verwendet unbedingt auf gewaschenen Sand achten. Ungewaschener Sand (Bausand) enthält feinen Schlamm der sich lange nicht legt. Und wenn er sich legt bekommt man ihn nicht mehr aus dem Teich.

Das gleiche gilt auch für den Kies. Unbedingt gewaschenen Kies kaufen. Ungewaschener Kies enthält feinen Schlamm den man nicht mehr aus dem Teich bekommt. 

Benötigtes Werkzeug und Baumaterial um eine Teichschale, einen Fertigteich zu verbauen:

  • Schaufel, Spaten
  • Wasserwaage
  • Gummihammer
  • Sand, Kies
  • Wasser zum verschlemmen
  • eventuell eine Dachlatte, Alulatte

Mit einem Gummihammer und einer Unterlage, zum Beispiel Brett, kann man den Teich die letzte Richtung geben. 

Checkliste: Technik für den Fertigteich

Die Technik ist eine individuelle Angelegenheit. Der eine mag gerne einen Springbrunnen. Der andere möchte den Teich einfach so lassen wie er ist. Der nächste möchte einen Wasserkreislauf mit Filter und Pumpe oder eine Beleuchtung.

Pumpen und Springbrunnen gibt es mit Solar betrieben. Für einen Miniteich ist dieses ausreichend. Wer lieber auf Strom setzt muss für eine Zuleitung sorgen und ein Erdkabel legen.

Generell braucht man für einen kleineren Teich weder Filter noch Pumpe. Das ist vor allem dann notwendig wenn Fische im Teich sind.

Checkliste: Der richtige Standort

 Sonneneinstrahlung – permanente Sonneneinstrahlung macht dem Teich Stress, je kleiner der Teich desto leichter ist er anfällig. Vermehrte Algenbildung ist die Folge, viele Teichpflanzen vertragen zuviel Wärme nicht. Abhilfe kann eine entsprechende Randbepflanzung, passende Teichbepflanzung oder eine Beschattung wie ein Sonnenschirm oder Sonnensegel schaffen.

 Laubeintrag – wird der Teich direkt unter einem Laubbaum angelegt wird man kaum nachkommen um den Teich von Blättern und Laub frei zu halten. Laubbäume werfen nicht nur im Herbst die Blätter. Auch während des Jahres gibt es Laubabwurf. Das gleiche trifft auf Lärchen zu die Nadeln abwerfen und Fichten die Zapfen abwerfen.

 Wasseranschluss – der Teich sollte in Reichweite eines Wasseranschlusses liegen. Das Wasser eimerweise zum Teich tragen wird auf Dauer nicht funktionieren.

 Stromanschluss – verwendet man Pumpen, Beleuchtung, Springbrunnen und Filter so muss für Strom gesorgt werden. Manches allerdings lässt sich mit solarbetriebenen Geräten erledigen.

 Kinder und Tiere – die Gefahr die für Kinder von einem Teich ausgeht darf man nicht unterschätzen. Ein Teich ist ein Magnet.

 Wurzelwerk meiden – die Teichschale inmitten starker Wurzeln zu bauen ist keine gute Idee. Der Druck der Wurzeln auf die Teichschale macht die Teichwanne im Laufe der Zeit mürbe und anfällig für Risse.

 Halbschatten – Halbschatten wäre der ideale Platz. Mit 4-6 Stunden direkter Sonneneinstrahlung hat der kleine Teich genau die Menge die für Wasser und Wachstum ideal ist.

 Vollschatten – ein Teich kann auch im Vollschatten liegen. Allerdings vertragen das nicht alle Wasserpflanzen. Die Auswahl der Wasserpflanzen muss in dem Fall sehr sorgsam erfolgen.

Checkliste: Pflanzen

Die Pflanzenauswahl richtet sich nach dem Standort und nach der Größe des Fertigteiches.

Näheres dazu unter Pflanzen in unserem Ratgeber.

Pflanzkörbe und spezielle Teicherde sind angeraten. Blumenerde ist auf alle Fälle zu vermeiden. Diese tragen zuviel Nährstoffe in den Teich. Das würde die Algenbildung befördern.

Für die Bepflanzung wird benötigt:

  • Pflanzen
  • Pflanzkörbe
  • Teicherde
  • Kieselsteine um die Pflanzkörbe zu beschweren

Teichschale Einbau – Schritt für Schritt erklärt

 Umriss markieren: Die Teichschale die meist aus einem flachen Rand und einem tieferen Becken besteht, umgedreht auf den Boden legen. Den Rand mit Sand markieren.

 Erdreich ausheben – Teil 1: Im ersten Schritt die gesamte Fläche ausheben. Von der Tiefe her so tief wie der flache Rand ist. Meist ist das in etwa Spatentief.

Wanne kopfüber nochmal anlegen und überprüfen ob der Umriss und die Tiefe passt.

 Erdreich ausheben – Teil 2: Passt der Umriss und die Tiefe für den flachen Rand geht es jetzt an den tieferen Teil. Dazu die Teichschale richtig herum in das flache Loch stellen und ausrichten.

Anschließend in die Techschale steigen. Der Druck wird die Umrisse des tieferen Teils in die Erde drücken. Alternativ auch hier wieder mit Sand an der Kante die Umrisse markieren. Danach an diesem Umriss entlang tiefer ausheben.

Zur Probe ab und an die Teichschale in das Loch setzen. Das Loch muss im Endzustand, je nach Beschaffenheit des Untergrundes ein paar Zentimeter bis 20 Zentimeter tiefer sein.

Handelt es sich bei der Teichschale um einen Maurer- oder Mörtelwanne so entfällt das mit dem flachen Teichrand ausstechen.

 Wannenbett bereiten: Ziel ist es dass die Teichschale spannungsfrei und waagerecht im ausgehobenen Loch liegt. Das ist der wichtigste Schritt. Wird hier nicht ordentlich gearbeitet kommt es früher oder später zu Rissen in der Teichwanne. Maßgeblich für diese Arbeit ist das Erdreich. Ist es Erde, Kies, lehmig oder morastig?

Zudem dürfen keine Steine oder Wurzeln umliegender Bäume auf die Wanne drücken. Das würde zu Rissen führen.

Am günstigsten ist sandiger, lehmiger oder feinkörniger Mutterboden. Ungünstig ist Humus und Steine. Humus setzt sich im Laufe der Zeit, Steine drücken auf die Schale und gerade bei Frost entstehen Drücke die Risse zur Folge haben können.

Im Endeffekt soll die Wanne auf einem Bett aus Sand ruhen.

Dazu das Loch etwas tiefer als die Teichschale graben, den Boden von Steinen und Wurzeln befreien und ebnen. Mit Sand und feinkörniger Muttererde eine ebene Fläche schaffen.

Wird jetzt die Teichschale in die vorbereitete Grube gestellt so soll sie bereits waagerecht stehen. Der obere Teichrand sollte ebenerdig mit dem Gelände sein.

Am Boden der Teichschale darf kein Hohlraum sein.

 Teichschale ausrichten: Die Teichwanne ist nun in der Grube und grob ausgerichtet. Nun geht es an die Feinausrichtung.

Das ist der wichtigste Schritt und die letzte Möglichkeit das Teichbecken korrekt in Lage zu bringen.

Dazu wird in die Teichschale etwas Wasser eingefüllt, denn nur mit Gewicht zeigt sich ob die Wanne korrekt sitzt.

Wenn Wasser, etwa zu 1/4 – je nach Größe der Teichschale, eingefüllt ist, mit der Wasserwaage kontrollieren ob die Teichwanne auch richtig liegt. Ist die Wasserwaage zu kurz eine gerade Dachlatte, besser eine Alulatte, nehmen und diese über die Ränder platzieren.

Rund herum nachkontrollieren und gegebenenfalls durch leichtes drehen die Teichwanne in die richtige Position bringen.

Der tiefste Punkt der Wanne ist der höchste Punkt des Wasserspiegels.

 Teichwanne einschlemmen: Der letzte Schritt bevor die Wanne endgültig fertig installiert ist.  Zum einschlemmen benötigt man feinkrümeliges Erdreich und/oder Sand. Erde oder Erdsandgemisch in die Hohlräume verfüllen und mit Wasser einschlemmen.

Achtung: Keine Kieselsteine, Wurzelwerk oder andere harten Gegenstände mit einfüllen. Der Druck würde früher oder später zu Rissen führen.

Stück für Stück einschlemmen bis alle Hohlräume ausgefüllt sind. Die oberen cm kann man freilassen und das zuvor ausgestochene Gras (Grassoden) dort wieder einsetzen. Allerdings ist ein sogenannter Bodenschluss notwendig. Wächst die Grassode nicht an so wird das Gras gelb.

Die meisten Grassoden wachsen erfahrungsgemäß an. Wo es dann nicht klappt kann man einfach ansäen.

 Teichwanne zum Teich verwandeln: Der letzte Schritt der den ganzen Arbeiten die Krone aufsetzt. Nun geht es daran den Pflanzen und Dekoelementen ihren Platz zu geben. Gegebenenfalls verbaut man jetzt die Technik.

Dazu muss man auch in die Teichschale steigen. Bitte „ungefährliche“ Schuhe nutzen, wie Strandschuhe oder am besten gleich Barfuß einsteigen.

Wenn der Boden mit Kieselsteinen belegt wird, nicht auf den Kieselsteinen herum laufen. Diese würden sich durch den Wannenboden drücken.

Irgendwann ist auch dieser Schritt getan und die Teichschale kann man mit Wasser befüllen.

Dazu Leitungswasser, besser eine Mischung aus Leitungswasser und Regenwasser nehmen.

Von nun an gilt es den Teich zu beobachten ob die Pflanzen sich wohl fühlen. Auch eine Messung der Wasserqualität kann nicht schaden. Interessant ist es zu beobachten wie die Qualität des Wassers sich vom ersten Tag über die Jahreszeiten hin verändert.

Natürlich ist eine Mörtelwanne schneller und einfacher eingebaut als eine Teichschale.

Bitte bei steilwandigen Teichschalen darauf achten dass es eine Ausstiegshilfe für Tiere gibt. So soll ein Igel der hineinfällt auch wieder den Weg nach draußen finden.

Teichschalen lassen sich wunderbar kombinieren. Problemlos fügt sich ein Folienteich an oder man verbindet zwei Teichschalen mit einem Bachlauf, wobei eine Teichschale höher liegt als die andere.