Miniteich – Teichschale sanieren, restaurieren

Manche Teichschale und Minitech fristet ein Dornröschenschlaf in einer Ecke des Gartens. Einst angelegt wurden sie irgendwann aus verschiedenen Gründen nicht mehr beachtet und gepflegt. Häufig aus Altersgründen oder weil man ein Haus gekauft oder gemietet hat und erst nach und nach den Garten bearbeiten kann.

So ein vergessener und über längere Zeit nicht restaurierter Miniteich und Teichschale muss gründlich saniert und gereinigt werden. Dabei darf man üblen Geruch, Schlamm und Getier nicht scheuen.

Benötigtes Handwerkszeug

  • Eimer für Wasserpflanzen falls man welche behalten möchte
  • Eimer um Schlamm, Wasser und Erde zu entfernen
  • Gummistiefel
  • Handschuhe, am besten Haushaltshandschuhe
  • Schaufel um Erdreich am Rand abzutragen
  • Gartenschere, Säge um umliegende Sträucher einzukürzen
  • Fotoapparat, denn möglicherweise trifft man auf gute Motive

Generelles Vorgehen

Der erste Schritt überhaupt ist zu prüfen ob die Teichschale an einem geeigneten Standort angelegt wurde. Hat man das Gefühl dass er ungünstig liegt und hat die Möglichkeit für einen besseren Standort, so sollte man das in Betracht ziehen.

Hier kann man nachlesen wie man eine Teichschale einbaut. Doch egal wie man sich entscheidet, die verwilderte und eingewachsene Teichschale muss sowieso geräumt werden.

Zu allererst schaut man sich an ob es Wasserpflanzen gibt die man behalten möchte. Diese in einen Eimer mit Wasser zwischen lagern.

Je nach dem wie sehr zugewildert der Miniteich ist solle man den Teichrand und die Teichschale nach Lebewesen wie Erdkröten absuchen. Sollte sich eine Kröte zeigen diese mit entsprechender Umsicht ein paar Meter neben den Teich an geeigneter Stelle aussetzen. Kröten verkriechen sich und schnell sind diese mit dem Spaten schwer verletzt.

 Von außen nach innen arbeiten

Es wird empfohlen sich von außen nach innen zu arbeiten. Sprich man kümmert sich zuerst um Büsche und Pflanzen, den Uferbereich und dann um die Teichschale selbst.

Arbeitet man umgekehrt und räumt zuerst die Teichschale oder den Miniteich aus so wird immer wieder etwas rein fallen.

Auch gerne passiert es dass beim Arbeiten etwas größeres in die Teichschale fällt, zum Beispiel Motorsense oder Heckenschere. Schwere Gegenstände also etwas weiter weg stellen. Schnell ist die Teichschale durch so einen Schlag kaputt.

 Deformation

Hat man die Situation dass die Teichschale noch gut mit Wasser gefüllt ist und man hat Bedenken dass beim Entleeren sich die Wanne deformiert so kann man mit Dachlatten die Form unterstützen.

Man kann man zur Entlastung etwas Erdreich / Sand an den Seiten, zwischen Wanne und Erdreich, heraus holen. Aber generell ist zu sagen dass Wasser nicht der entscheidende Faktor für die Formstabilität einer Teichschale ist.

Hat man das Gefühl die Teichschale ist stark nach innen deformiert so ist es ratsam Erdreich an der Aussenseite zu entfernen und erst nach dem man Wasser eingefüllt hat dieses wieder, am besten mit Sand, aufzufüllen.

Teichschalen sind in aller Regel formstabil was bedeutet dass sie innerhalb bestimmter Grenzen nachgeben. Es kommt darauf an wie groß die Teichschale ist. Lange Strecken neigen leichter dazu nachzugeben.

Im Extremfall kann es aber sein dass man eine Teichschale, die über längere Zeit unbeachtet im Garten eingegraben war, komplett ausgraben muss. Dann heißt es Wurzeln zu entfernen und das Loch mit Sand neu vorbereiten.

Je nach Material ist es auch möglich dass eine dauerhafte Deformation vorliegt. Wenn man das nicht möchte oder denkt dass das letztendlich zum Bruch führen könnte dann sollte man die Teichschale ersetzen oder einen Teich mit Teichfolie anlegen.

Generell gilt: Teichschalen sind formstabil und ziemlich robust. Wasser von innen ist nicht der ausschlaggebende Faktor für die Form. Liegen Deformationen vor, so ist das meist dem Druck von außen wie Wurzeln geschuldet.

 Teichschale undicht

Möglicherweise hat die Teichschale im Laufe der Jahre Schaden genommen und hat einen Riss. Man kann solche Risse reparieren. Das hängt von der Art des Materials ab.

Einmal bietet sich das sogenannte verschweißen an. Da wird mit einem Kunststoff Lötgerät oder auch einem Heißluftfön die Stelle verschweißt. Hier auch ein Video dazu wie es gemeint ist.

Ein anderer Weg ist das verschmelzen durch Lösungsmittel. Dabei wird das Material angelöst und die Ränder verbinden sich miteinander.

Je nach Material geht auch verspachteln oder Sikaflex.

Diese Arbeiten sind allerdings nur für geübte Handwerker. Meist lohnt der hohe Aufwand nicht und es ist besser sich eine neue Teichschale zu besorgen.

Von Pflanzen überwuchert

Aller meistens sind die Miniteiche von Pflanzen überwuchert und der Rand ist eingewachsen. Häufig wachsen sogar Büsche oder Stauden in den Teichschalen, je nach dem wie lange die Teichschale schon nicht mehr gepflegt wurde.

Zuerst heißt es all das Pflanzenwerk zu entfernen. Wachsen dicht an der Teichschale Büsche die man entfernen möchte, sollte man auch gleich das Wurzelwerk mit entfernen die auf die Teichschale drücken könnten. Wurzeldruck ist das schädlichste für eine Teichschale oder den eingegrabenen Miniteich. Spätestens bei Eisdruck von innen nimmt die Teichschale schaden.

Teichschale leer räumen – Druck von außen

Eine Frage die immer wieder auftaucht ist die, ob man eine Teichschale einfach entleeren kann, oder leerräumen kann. Es besteht die Befürchtung dass der Rand nach innen gedrückt wird und die Teichschale einen Riss bekommt.

Von haus aus sind Teichschalen in dieser Hinsicht sehr flexibel und halten einiges aus. Drücke die von außen entstehen sind in der Hauptsache die von Wurzeln umliegender Bäume und Sträucher.

Man kann also getrost die Teichschale leer räumen und entleeren. Der Druck der das Wasser von innen nach außen drückt trägt nicht sonderlich zur Stabilität bezüglich Wurzel- und Erddruck von außen bei.

Der Teichrand

Bleibt die Teichschale an Ort und Stelle gilt das besondere Augenmerk dem Teichrand, der Uferzone. Das ist der Bereich der mit darüber entscheidet wie sich der Teich entwickelt.

Es ist zu verhindern dass Gras und Wurzelwerk über den Teichrand ins Wasser gelangen oder durch Regen es eine Erdeinspülung aus dem umliegenden Erdreich gibt.

Im laufe der Jahre hebt sich häufig die Erde etwas, sei es durch Maulwürfe oder Wühlmäuse. Beim nächsten Starkregen läuft dann Erde, sprich Nährstoffe und unerwünschtes Material in den Teich.

Wurzeln von Gräsern und Stauden die über den Teichrand in den Teich ragen entnehmen viel Wasser.

Lieber mit dem Spaten die Erde um den Teichrand abheben und diesen mit Kies oder Pflastersteinen auslegen oder mit Sand auffüllen. Es reicht ein handbreiter Streifen.

Nährstoffe sind die Grundlage für Algenwachstum. Da es sich beim Miniteich um einen Kleingewässer, Biotop handelt das sich selbst nicht erhalten und reinigen kann müssen wir für ein gewisses Mass an Gleichgewicht sorgen.

Die letzten Schritte

Der Standort passt, das Buschwerk, die Stauden und unerwünschten Pflanzen sind entfernt und der Teichrand wurde so bearbeitet dass keine Nährstoffe eingespült werden können – dann ist es fast geschafft.

Die Teichschale kann entleert werden. Häufig ist bei einer alten, nicht beachteten Teichschale gar kein Wasser mehr drin sondern nur noch Schlamm, Erdreich, Laub und Äste. Das ist eine unangenehme Arbeit denn es kommt einiges Faule zu Tage.

Dieses Material kann man in aller Regel getrost auf den Kompost werfen oder entsprechend entsorgen, lagern. Aufpassen muss man allerdings wenn sich noch Wasserpflanzen im Teich befinden.

Selbst Wasserpflanzen die man nicht mehr sieht können durch Rhizome oder andere Samen vorhanden sein. Daher die Teichreste nicht unbedingt in der Nähe des Miniteiches oder eines anderen Teiches ablagern. Es kann zu nicht gewollten Wasserpflanzen führen.

Des weiteren gibt es Bestimmungen die untersagen Pflanzen in die Natur auszubringen. Das Material also mit Umsicht entsorgen und nicht einfach unüberlegt in die Umwelt ausbringen.

Es folgt nun die gründliche Reinigung bis keinerlei Reste mehr in der Teichschale, Miniteich vorhanden sind.

Nun kann es an den Aufbau mit Kies und Pflanzen beginnen.

Lesetipp: Wasserpflanzen, Miniteich A-Z

Zu guter letzt kann man sich überlegen ob man nicht einen Springbrunnen zur Wasserbelebung einbauen möchte. Meist ist kein Stromanschluss vorhanden und es bieten sich Solarspringbrunnen mit und ohne Akku an.

Wie oft sollte man reinigen?

Ein Gartenteich wie auch ein Miniteich erfordern regelmäßige Pflege. Gerade ein kleiner Teich benötigt ein wacheres Auge als ein großer Gartenteich mit mehreren 10.000 Liter Wasser. Das klingt nach viel Arbeit, relativiert sich aber schnell.

Besonderes Augenmerk ist auf den Wasserstand zu legen, denn schnell wirken sich ein paar Zentimeter durch Verdunstung unter Umständen dramatisch aus. Fadenalgen können schnell ein Problem werden. Hier helfen entsprechende Mittel sehr gut und haben sich im Miniteich wie im großen Teich bewährt.

Der Miniteich muss im Winter in aller Regel geräumt werden, zumindest werden häufig die Wasserpflanzen und die Technik winterfest eingelagert.

Man kann sich die jährliche Arbeit mit einem Schlammsauger, der auch für andere Arbeiten hergenommen werden kann, deutlich erleichtern.

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