Teichkalender für Juli und August

Der Juli und August sind die heißesten Monate. Für den Miniteich kann das besonderen Stress bedeuten.

Ein normaler Gartenteich, besonders mit Tiefen ab 1,50 m haben mit dem Wasserklima weniger ein Problem. Durch die Masse an Wasser werden Kälte und Wärme wesentlich besser ausgeglichen.

Eine häufig gestellte Frage ist die wieviel Wasser verdunstet. Die lässt sich für Miniteich und Gartenteich nicht einheitlich beantworten. Für den Gartenteich kann man aus statistischen Erfahrungswerten einiges ableiten. Für den Miniteich gibt es keinerlei derartige Berechnungen.

Im Artikel Wasserverdunstung am Gartenteich habe ist die Statistik vom deutschen Wetterdienst interpretiert. In den Monaten Juli und August gibt es jedenfalls ein Wasserdefizit das nachgefüllt werden muss.

Juli und August – die Monate der Wasserpflanzen

Ab Ende August vermindern die Wasserpflanzen ihr vegetatives Wachstum und stecken vermehrt ihre Kraft in die Bildung von Früchten und Samen. Pflanzen kann man noch einsetzen aber die wurzeln nur noch an.

Durch das üppige Wachstum der Teichpflanzen / Wasserpflanzen entsteht Nachts ein Sauerstoffproblem. Sauerstoffpflanzen (Unterwasserpflanzen) produzieren unter Tags viel Sauerstoff, verbrauchen aber Nachts den Sauerstoff. Wer Fische im Teich hat muss dieses Problem im Auge behalten.

Man kann üppig wachsende Unterwasserpflanzen durchaus zurück schneiden. Dabei muss man nicht zaghaft sein.

Die beliebteste Wasserpflanze, die Seerose, steht jetzt in voller Blüte. Welke Blüten entfernen. Das kommt den neuen Knospen zu gute.

Der Miniteich im Juli und August

 Der Miniteich hat an heißen Tagen mit Verdunstung und Hitze zu kämpfen. Halbschattiger Standort ist wichtig damit der Miniteich nicht in Hitzestress kommt. Halbschatten bedeutet bis zu 6 Stunden direkte Sonneneinstrahlung, danach sollte Schatten gegeben sein.

Der Miniteich ist im erhöhten Maße auf einen guten Standort angewiesen. Rund um die Uhr pralle Sonne nimmt der Miniteich übel. Die Pflanzen fühlen sich dabei nicht wohl und das sieht man. Auch die Königin unter den Wasserpflanzen, die Seerose, verträgt das nicht gut.

 Auf den Wasserstand muss nun ein besonderes Auge geworfen werden. Wärme und etwas Wind lassen das Wasser schneller als sonst verdunsten. Ein paar Zentimeter hin oder her machen bei einem Miniteich in einem tieferen Gefäss wie einem Weinfass nichts aus.

Flachere Gefäße wie Wasserschalen brauchen jetzt jeden Tag Wassernachschub, auch mehrmals am Tag. Bei Miniteichen die als Vogeltränke dienen sollte man das Wasser täglich wechseln.

Zum Wasser nachfüllen am besten Leitungswasser nehmen. Das ist sauerstoffreicher als Regenwasser das möglicherweise schon lange in der Tonne lagert.

 Algenwachstum ist auch in diesen Monaten ein Thema, ob Gartenteich oder Miniteich. Algen gehören nun mal zum Wasser, doch im Miniteich und dem kleinen Gartenteich ist dafür nur wenig Platz. Mit Hilfsmitteln, ob Teichzusätze* oder auf mechanische Art kann man die Algenplage sehr wohl in den Griff bekommen.

Beim Miniteich auf der Terrasse kann man eine Algenblüte pragmatisch lösen in dem man einfach das komplette Wasser auswechselt, Behälter und Steine reinigt und wieder neu befüllt. Ist zwar nicht das beste für ein harmonisches Wachstum der Pflanzen, ist aber auch nicht die schlechteste Methode. Beim Miniteich kommt es nicht darauf an über Jahre hinweg ein Biotop heran zu ziehen.

Andernfalls kann man versuchen mit verschiedenen Hilfsmitteln und entsprechenden Wasserpflanzen und Wasserschnecken das Wachstum unter Kontrolle zu bringen.

 Der fest eingebaute Miniteich (Teichschale, Fertigteich) ist da etwas schwieriger. Diesen komplett leer zu räumen und von Algenschleim zu reinigen ist ziemlich aufwendig. Da sollte man eher auf Hilfsmittel zurück greifen.

 Der Miniteich ist auch Anlaufstelle für Vögel die Wasser suchen. Dringend empfiehlt sich eine Ausstiegshilfe für Vögel die ins Wasser fallen. Besser noch man bietet von Haus aus eine eigene Vogeltränke an.

Der Gartenteich im Juli und August

 Der Gartenteich bekommt es jetzt vermehrt mit Verdunstung zu tun. Wie im Artikel „Wasserverdunstung im Gartenteich“ erwähnt können das durchaus 5mm und mehr am Tag sein. Das sind per Quadratmeter 50 Liter. Normalerweise wird die Hälfte davon wieder durch Regen ausgeglichen.

Die Wärme macht einem Gartenteich mit entsprechender Tiefe ab 1,5 Meter kein Problem, er klimatisiert sich selbst.

 Diese Zeit ist die Zeit der Algenblüte und der Fadenalgen. Dagegen kämpft ein Teichbesitzer ständig an. Es gibt Maßnahmen diese Algenblüte gering zu halten und es gibt Maßnahmen die Algenblüte direkt und mechanisch mit Rechen zu bekämpfen.

Wer im Herbst den Teichschlamm aus dem Teich holt entzieht dem zur Algenblüte notwendigen Nährstoffaustausch. Allerdings schädigt man mit dieser Herbstmethode auch die Wasserlebewesen die sich für die Überwinterung gerne im Schlamm vergraben und zur Dezimierung der Alge beitragen.

Wasserschnecken können ebenfalls gegen die Algenblüte eingesetzt werden. Diese Schnecken können zumindest die Algenblüte ausbremsen.

Wenn das nicht hilft dann kann man zu Hilfsmitteln greifen. Diese sind bei ordnungsgemäßer Anwendung sehr effektiv.

Teichfilter helfen nur bedingt. Im Gegenteil, es zeigt sich dass Teichfilter eine Algenblüte sogar noch befeuern.

Fadenalgen sind zwar auch lästig, aber diese lassen sich mechanisch mit einem Rechen leicht entfernen. Das ist eine wiederkehrende Arbeit wie Unkraut zupfen im Gartenbeet.

Tipp

Werden Algen mechanisch entfernt so empfiehlt es sich für die Stellen an denen man mit dem Rechen nicht arbeiten kann eine Klobürste an einen langen Stil zu befestigen.