Schleierschwanz im Miniteich

Letztlich hatte ich mich mit einer Leserin in Facebook über Miniteiche ausgetauscht. Sie hat dieses Jahr ihren ersten Miniteich.

Besonders an dem Miniteich ist dass eine Seerose sich trotz Springbrunnen wohl fühlt. Desweiteren schwimmen dort zwei Schleierschwänze und das Wasser ist klar.

Mir wurden ein paar Bilder überlassen, dafür vielen herzlichen Dank! Schauen wir uns den Miniteich etwas genauer an.

Springbrunnen und Seerose

Springbrunnen und Seerose passt nicht zusammen. Die Seerose reagiert sehr empfindlich auf Wasser von oben wie auch auf Wellengang und Wasserbewegung. Sie mag es gar nicht wenn Wasser auf ihre Blüten kommt.
Wie auf dem Foto zu sehen ist fühlt sich die Seerose dennoch wohl.  Hier wurden zwei Dinge umgesetzt um es der Seerose gemütlich zu machen.

 Beim Springbrunnen endet das Steigrohr unter der Wasseroberfläche. So hat man einen Queller oder Sprudler, wie es heißt. Damit vermeidet man Spritzwasser auf die Seerosenblüte, hat aber die Vorteile die eine Springbrunnenpumpe bietet. Das sind im Besonderen die Umwälzung und je nach Springbrunnen, das filtern des Wassers.

 Um bewegtes Wasser wie Wellen für die Seerose zu vermeiden wurde zwischen Springbrunnen und Seerose eine „Pflanzenbarriere“ aufgebaut. Die Pflanzen entschärfen die Wellenbewegungen.

Eine kluge Lösung – so lassen sich Springbrunnen und Seerose auf engstem Raum vereinbaren.

Achtung Wasserstand, besonders bei heißem Wetter: Aufpassen muss man dass der Wasserspiegel nicht zu weit absinkt und das Ende des Steigrohrs des Springbrunnens über der Wasseroberfläche liegt.

Wenn das passiert spritzt wieder Wasser auf die Seerose. Das macht nichts wenn das mal einen Tag passiert. Ist das länger und dauerhaft geht die Seerose ein.

Fische im Miniteich

Fische im Miniteich sind eine gewagte Sache. Nicht nur im Miniteich, auch bei einem großen Teich kann es zu Problemen kommen. Das ist sogar sehr häufig der Fall.

Schleierschwänze und Goldfische sind nochmal ein besonderer Fall.

Sie haben einen hohen Futterdurchsatz, benötigen spezielleres Futter und können eine stattliche Größe erreichen.

Punkte die man sich vor Augen führen muss

  • Nährstoffeintrag
  • natürlicher Platzbedarf
  • Überwinterung
  • Überhitzung des Wassers
  • Wasserqualität

 Wichtig sind Fischausscheidungen und Futtereintrag. Damit kurbelt man den Nährstoffhaushalt an. Mit mehr Nährstoffen hat man mehr Pflanzenwachstum, vor allem Algen und Schwebstoffe, das Wasser wird trüb.

Im großen Teich setzt sich die Kette fort. Die Algen sterben ab und setzen sich als Mulm am Boden ab. Der Miniteich wird immerhin jedes Jahr gereinigt und neu aufgebaut, der große Gartenteich nicht.

Des weiteren füttert der Fischhalter füttert gerne zu viel und bringt somit zuviel Nährstoffe ein. Es sterben mehr Zierfische an Verfettung als an Nahrungsmangel.

 Häufig angeführtes Argument gegen Fische im Miniteich ist der natürliche Platzbedarf. In der Tat ist die Anzahl der Fische begrenzt. Doch mit einer abwechslungsreichen Unterwasserwelt haben die Fische stets die Möglichkeit dem natürlichen Drang von Bewegung und verstecken nachzugehen. Wichtig ist die Größe der Fische und auch deren mögliches Wachstum zu beachten.

 Die Frage der Überwinterung muss vorab geklärt sein. Schleierschwänze sind nicht „winterhart“, ein Miniteich ist es auch nicht.

 Zu große Hitze ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Schnell überhitzt ein Miniteich wenn er ungünstig platziert ist. 25 Grad gehen noch in Ordnung, viel mehr sollte es nicht sein.

 Ein Miniteich hat wenig Möglichkeit die Wasserwerte selbst auszubalancieren. Es ist also ratsam stets zu kontrollieren ob die wesentlichen Wasserwerte in Ordnung sind. Kommt das Wasser aus er Regenrinne? Ist es Leitungswasser oder nur Regenwasser von oben? Was machen die Nitratwerte? Mit Zusatzmitteln kann man das Wasser in Balance halten.

Das Futter

In diesem Miniteich leben zwei Schleierschwänze. Schleierschwänze (Kaltwasserfische) gehören zu den Goldfischen und somit zu den karpfenartigen Fischen (Cypriniden / Friedfische). Karpfenartige Fische haben keinen Magen und benötigen spezielles Futter.

Spezielles Goldfischfutter ist keine Marketingmasche sondern entstammt aus der Notwendigkeit dem Goldfisch ein ausgewogenes Verhältnis von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten anzubieten.

Natürlicher Weise ernährt sich der karpfenartige Fisch von Pflanzen, Muscheln und Kleinlebewesen. Die pflanzliche Nahrung ist Ballaststoffreich und durchläuft den Darm recht schnell. Ein Karpfenfisch braucht täglich viel pflanzliche Nahrung und ist stundenlang mit der Nahrungssuche und Nahrungsaufnahme beschäftigt. Entsprechend sieht auch der Teich aus.

Früher waren die Futtermischungen Kohlenhydratlastig. Das bedeutet dass das Futter vorne rein kommt und hinten wieder raus geht. Das Futter benötigt einen guten Anteil an Fetten (am besten aus Fischöl) und Proteinen. Das kann der Fisch am besten im Sinne seiner Gesundheit verwerten. Zusätzlich wird die Wasserqualität durch dieses spezielle Futter deutlich weniger belastet.

  • Spezielles Goldfischfutter tut dem Fisch gut und entlastet das Wasser.
  • Das Futter mit dem wenigsten Kohlenhydratanteil ist zu bevorzugen.
  • Goldfischfutter muss schwimmen
  • Goldfische lieben die Abwechslung. Ruhig verschiedene Sorten an Futter besorgen

Ein weiteres wichtiges Merkmal für Goldfischfutter – es muss schwimmen. Sinkt es zu schnell ab verschwindet es am Teichgrund und belastet das Wasser mit Nährstoffen. Je länger das Futter schwimmt und je mehr davon aufgenommen wird bevor es absinkt desto besser.

 Goldy Gran von Sera – schwimmendes Alleinfutter, speziell auf Goldfische abgestimmt.  Goldy Spirulina ist ein empfehlenswertes Zusatzfutter. Zusätzlich gibt es dem Fisch eine hervorragende Färbung
 Goldfisch Pro von Tetra.  Goldfischfutter mit sehr hohem Protein, -und Fettgehalt  Aquasafe von Tetra ist  ist ein Wasseraufbereiter und sorgt für ein ausgeglichenes Goldfischwasser.

 

Andere Wasserlebewesen

 Statt Schleierschwänze, die einiges an Aufmerksamkeit benötigen, kann man Makropoden in Erwägung ziehen. Diese Fische werden bis 8cm lang, sind farbenprächtig und tolerant gegenüber Wasserqualität und Wassertemperatur.

 Nicht unüblich sind und immer wieder gerne werden Garnelen im Miniteich eingesetzt. Garnelen laben sich an den Wasserpflanzen, vornehmlich Algen. Die richtigen Garnelen sind robust und können sogar den Winter im Miniteich überleben.