Mörtelwanne als Miniteich anlegen

Vor kurzem erreichte mich eine liebe Mail mit der Frage wie man denn aus einer Mörtelwanne einen Miniteich bauen kann.

Die Vorgaben und Vorstellungen sind:

Der Mörtelkasten hat die Maße in Zentimeter von 72 x 42 x 30cm. Die Wanne wird nicht eingegraben sondern aufgestellt und verkleidet.

Folgende Pflanzen wurden angedacht: Zwergrohrkolben, Brunnenkresse, Wasserlinse und eine Wasserrose. Gewünscht wird ein Springbrunnen und eine Beleuchtung.

Der Standort ist der begehrte Halbschatten.

Die drängendste Frage geht darum ob es zu viele oder zu wenige Wasserpflanzen sind, ob die gedachte Auswahl passt und wie man diese anordnet.

Meinen persönlichen Vorschlag gebe ich zum Schluß ab. Zunächst einige Überlegungen und Erläuterungen.

Die Mörtelwanne

Das gedachte Behältnis ist gut passend für einen Miniteich. Der Behälter fasst gesamt ca. 80 Liter.

Mit 30cm Tiefe ist der Mörtelkasten nicht all zu tief. Zieht man das Kiesbett von ca. 3cm ab und geht davon aus dass der Mörtelkasten nicht bis zur Oberkante mit Wasser angefüllt wird so bleibt eine effektive Wassertiefe von ca. 25cm. Das ergibt nach weiteren Abzug von Steinen, Pflanzen und Springbrunnen ein Wasservolumen von 55 bis 60 Liter.

Je nach Material und Ausführung kann es passieren dass die Mörtelwanne an den Längsseiten einen Bauch macht und somit noch etwas weniger Wasser fasst.

Verhindern kann man diesen Bauch in dem man rundherum, zumindest an den Längsseiten, Dachlatten mit einem Spanngurt festzurrt. Eine knifflige Aufgabe und nur bedingt etwas für eine Person. Allerdings dürfte sich der Bauch bei dieser Größe in Grenzen halten.

Manche Mörtelwanne kommt mit einem extra versteiften Rand daher.

Die Pflanzzonen

Ein normaler Teich hat verschiedene Zonen für die verschiedensten Pflanzen. Nicht jede Pflanze wächst bei jeder Tiefe. Diese Zonen haben einen wesentlichen Einfluss auf das Wasser und die Wasserqualität.

Beim Miniteich ist es ähnlich aber nicht so dramatisch. Da ein Miniteich auf uns angewiesen ist um ihm in einem biologischen Gleichgewicht zu bleiben ist es nicht unbedingt wichtig ein perfektes Verhältnis von Flachwasser und Freiwasser zu halten. Der Miniteich ist kein sich selbst erhaltendes Biotop. 

Das persönliche Empfinden spielt beim einrichten der Pflanzzonen eine große Rolle. Die meisten mögen es wenn es naturnah aussieht, der nächste möchte nur ein oder zwei Seerosen haben.

Flachwasserzone, Randbereich

Dieser Bereich liegt bei 0-10cm, vielleicht auch mal bis 20cm.

Flachwasserpflanzen sind zum Beispiel alle Rohrkolben wie Zwergrohrkolben, alle Schilfarten, Sumpfschwertlilie oder die Sumpfdotterblume und die Wasserminze. In diesem Bereich findet man eine Vielzahl an Farben und Blüten.

Bei den höheren Pflanzen spricht man von Hintergrundkulisse. Hier stoppt das Auge.

Freiwasser, tieferes Wasser

Freiwasserpflanzen (Unterwasserpflanzen) sind zum Beispiel die Wasserfeder, das Tausendblatt oder die Seerose.

Aber auch die schwimmenden Wasserpflanzen bewegen sich in dieser Zone und ernähren sich mit ihren freien Wurzeln von den Nährstoffen aus dem Wasser (Beispiel: Wasserlinse).

In einem Miniteich wie dem Mörtelkasten steht für jede Zone nur sehr wenig Platz zur Verfügung.

Der Aufbau der Pflanzzonen

Die Flachwasserpflanzen benötigen eine Pflanztiefe von 0-10cm, selten im Bereich von  20 cm. Das erreicht man im Miniteich und Mörtelwanne mit dem Einbau von Ziegelsteinen, Pflastersteinen, Natursteinen oder anderen Materialien wie beschwerte Kunststoffkörbe.

Aufbau einer Schichtung im Miniteich mit Ziegelsteinen

Allerdings kann man auch mit anderen Steinen arbeiten die es im Baumarkt gibt. Achtet aber darauf dass die Steine gewaschen sind und vor allem dass es keine Kalksteine sind. Kalkhaltige Steine fördern das Algenwachstum.

Aufbau einer Schichtung im Miniteich mit Steinen

Das gleiche gilt für den Kies der in den Miniteich eingebracht wird. Er sollte gewaschen und kalkarm sein. Der Kies dient dazu dass der Mulm (Teichschlamm) sich zwischen dem Kies absetzen kann und zum Beispiel nicht von der Pumpe mit aufgewirbelt wird.

Wichtig beim Aufbau eines Miniteiches ist die Sichtachse. Der Blick sollte nicht von hoher Randbepflanzung verstellt sein. Die Randbepflanzung ist immer der Kulissenhintergrund.

Miniteich in der Mörtelwanne – Sichtachse

Der Springbrunnen

Seerose und Springbrunnen passen nicht zusammen, nicht in so einem kleinen Gewässer. Die Seerose nimmt Wassertropfen oder zuviel Wasserbewegung übel und wird kaum blühen und geht meist ein. Man muss sich in einem kleinen Miniteich  zwischen Seerose und Springbrunnen entscheiden.

Alternativ kann man eine Seerose in einer schönen Schale neben dem Miniteich platzieren.

Der Springbrunnen selbst hält Mücken fern und bringt Leben ins Wasser. Zudem kann man sich an einem Springbrunnen sehr erfreuen. 

Ein Springbrunnen gibt es in mehreren Ausführungen und Anwendungen. Generell muss man sagen dass ein Springbrunnen in einem Miniteich die Wasserschichtung auflöst. Warme und kalte Wasserzonen werden vermengt. Da aber die Wasserschichtung nicht oder nicht nennenswert ausgeprägt ist, kann man das vernachlässigen. Anders bei einem Miniteich der tiefer und größer ist.

 Der Springbrunnen als Fontaine dürfte wohl am häufigsten eingesetzt werden. Hier spritzt das Wasser aus einer Düse. Bei starkem Wind wird nicht wenig Wasser verweht. Eine Fontaine ist immer mit einer Geräuschkulisse verbunden. Die Bewegung im Wasser ist hoch, bei warmen Wetter wird auch das Wasser am meisten erwärmt wenn es in feinen Tropfen in die warme Luft gepumpt wird.

 Der Quellstein bietet ein sanftes plätschern. Der Schlauch der Springbrunnenpumpe wird in einen Stein mit Loch eingebaut, eingesteckt. Die Wellenbewegungen reichen aus um Mücken zu vertreiben. Diese Art ist deutlich weniger anfällig gegen Wind. Auch ist die Wärmeaufnahme des Wassers an heißen Sommertagen geringer als beim Springbrunnen mit Fontaine.

Statt eines Quellsteines kann man den Schlauch der Pumpe auch zwischen Steinen und der Randbepflanzung platzieren und einklemmen.

 Die dritte Möglichkeit für einen Springbrunnen ist der Unterwasserspringbrunnen. Gemeint ist damit dass der der Austritt des Wassers aus der Fontaine unterhalb des Wasserspiegels erfolgt. Somit entsteht ein quellendes Wasserspiel. Auch diese Wellen reichen aus um die Mücken zu vertreiben.

Für all diese Varianten gibt es die Möglichkeit auf Solar oder auf Festnetzstrom zurück zu greifen.

Der schwimmende Springbrunnen ist ein Sonderling unter den Springbrunnen. Hier sind Solarzelle und Pumpe in einem Schwimmkörper eingebaut. Diese Art des Springbrunnens benötigt keine Zuleitung. Allerdings sieht das in einem Mörtelkasten nicht besonders gut aus. Ist der Miniteich etwas größer, gar eine eingegrabene Teichschale ist das schon wieder etwas anderes.

Zusammenfassung

Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Dinge.

Kiesschicht

Wird eine Springbrunnenpumpe verwendet ist eine Kiesschicht aus gewaschenem und möglichst kalkarmen Kies von Nöten.

Ansonsten steht die Pumpe sehr schnell in einer Schicht Schlamm und Mulm und pumpt diesen wieder mit hoch, bzw. verstopft die Pumpe. Der Mulm der sich im Laufe der Zeit bildet setzt sich zwischen dem Kies ab und bleibt dort liegen.

Schichtung, Pflanzhöhe

Für die Randbepflanzung ist eine mittlere Wassertiefe von 10cm ideal. Diese Höhe erreicht man durch das einsetzen von Steinen. Auch diese sollten gewaschen und von Lehm- und Schmutzresten befreit sein. Ebenso sollten diese kalkarm sein, denn kalkhaltige Steine fördern das Algenwachstum.

Bei einer Mörtelwanne dieser Größe reicht es eine Pflanzhöhe einzubauen. Wäre die Wanne oder der Miniteich tiefer so wäre der Einbau einer weiteren Pflanzhöhe sinnvoll.

Springbrunnen

Hier hat man die Wahl zwischen einer Fontaine und einem Quellstein. Das ganze noch in Solar oder als Strom mit Festnetz. Solar läuft nicht immer, aber manche Springbrunnen haben einen kleinen Akku mit eingebaut der bei mäßiger Sonneneinstrahlung die nötige Energie liefert

Besteht man auf eine Beleuchtung um Nachts den Miniteich genießen zu können dann ist eine Springbrunnenpumpe mit Stromanschluß nötig oder eine Solarpumpe mit Akku. Zwei Stunden Beleuchtung und Springbrunnenvergnügen bei Nacht liefert zum Beispiel das Modell NKASP2 mit eingebautem Akkus

Man kann sich aber eine extra Teichbeleuchtung besorgen die entweder mit Akku oder Stromanschluß arbeitet. Der Esotec Unterwasserstrahler mit Solar und Akku schafft bis zu 8 Stunden Beleuchtung (mehr zu Springbrunnen).

Wasserpflanzen

Der größte Fehler ist meist der dass man zuviel einpflanzt. Man möchte es möglichst schnell ganz grün und blühend haben. Das ganze ist wie ein Blumenbeet zu betrachten. Es wächst von alleine und oft üppiger als gedacht.

Die hohen Wasserpflanzen sind meist Pflanzen der Sumpfzone / Flachwasserzone und bilden die Hintergrundkulisse.

Besonders attraktive Pflanzen sind Wasserlilien und Sumpfdotterblume. Nicht fehlen dürfen Schwimmblattpflanzen die frei im Wasser treiben und mit ihren Wurzeln die Nährstoffe aus dem Wasser ziehen. Hier bietet sich zum Beispiel die Wasserlinse an. Sie ist problemlos und der Überschuß kann leicht entfernt werden. Sind die Nährstoffe aufgebraucht wächst die Wasserlinse nicht weiter.

Ein paar Unterwasserpflanzen wie Tausendblatt, Wasserpest oder Krebsschere runden eine gesunde Mischung an Wasserpflanzen ab.

Einige Tipps zum pflanzen von Wasserpflanzen.

Mein Vorschläge und Besorgungsliste für die Mörtelwanne

Hier meine Vorschläge für einen kleinen Miniteich in der Mörtelwanne.

Technik, Grundausstattung

  • gewaschener Kies, ca. 10 Liter / 15kg
  • Steine für die Pflanzebene, ca. 12 faustgroße Steine und / oder 2-3 Ziegelsteine, Pflastersteine (alles gewaschen einbringen)
  • Springbrunnen Solar mit Beleuchtung
  • evtl. Quellstein, wenn ja, dann auch einen Schlauch bestellen

Wasserpflanzen

  • Pflanzvlies, Pflanztuch
  • Pflanzkörbe (nicht vergessen diese mit Kies zu beschweren)
  • evtl. Pflanzsubstrat

zur Randbepflanzung:

  • Minirohrkolben / Pflanztiefe: 10-30cm / Wuchshöhe: ca. 60cm / braune Kolben / Blühzeit: ab Mai
  • Wasserschwertlilie, Sumpfschwertlilie / Pflanztiefe 0-10cm / Wuchshöhe: ca. 80cm / gelbe Blüte / Blühzeit: ab Juni
  • Sibirische Wasseriris / Pflanztiefe 0-10cm / Wuchshöhe: ca. 80cm / bläuliche Blüte / Blühzeit: ab Mai
  • Sumpfdotterblume / Pflanztiefe: 0-10cm / Wuchshöhe: ca. 40cm / gelbe Blüte / Blühzeit: ab April, nach Rückschnitt der ersten Blüte nochmalige Blüte im Herbst
  • Brunnenkresse – wird von mir nicht empfohlen. Überwuchert den Miniteich, es ist schwer eine entsprechende Zone zu schaffen. Ideal für eine extra flache Wasserschale neben der Mörtelwanne

Schwimmpflanzen:

  • Wasserlinse / immergrün / wenn Krebsschere und Wasserpest gut wachsen wird das fast zuviel. Ist aber leicht zu entfernen wenn es zuviel wird.

Unterwasserpflanzen:

  • Krebsschere / Pflanztiefe: am Grund / Wuchshöhe: nur Blüte und grüne Spitzen schauen aus dem Wasser / weiße Blüte / Blühzeit: ab Juni (alternativ Wasserhahnenfuß)
  • Wasserpest / Pflanztiefe: am Grund / Wuchshöhe: 30-60cm / grün
Beispiel für eine Bepflanzung im Miniteich

Bei dieser Bepflanzung dürfte es auch keine Probleme mit Algen geben. Wenn doch kann man einen Algenvernichter nutzen. Ich persönlich halte das für einen Miniteich dieser Größe nicht für nötig.

Nisten sich Algen ein nimmt man eine Flaschenbürste / Klobürste und fischt damit die Fadenalgen heraus. Ist schnell erledigt. Die Algen sind hochwertiger Dünger für den Blumenkasten oder das Gartenbeet.

Ist eine Seerose unbedingt erwünscht so empfehle ich diese in einer extra Wasserschale neben den Miniteich zu platzieren.

Zum Wasser nachfüllen kann man Leitungswasser wie auch Regenwasser verwenden.

Um den Miniteich herum lassen sich wunderbar weitere Blumenkästen mit Wasserpflanzen und Blühpflanzen gruppieren.