Miniteich – Teichschale zum Sandkasten umfunktionieren

Vor kurzem erreichte mich eine Frage über meine Sandkastenseite zum Thema Miniteich. Ein Leser wollte wissen ob man eine kleine Teichschale zum Sandkasten umbauen kann.

Der Grund ist der dass der Miniteich wegen Nachwuchs und aus Sicherheitsgründen aus dem Garten verschwinden soll.

Der Gedanke ist nachvollziehbar, denn Wasser ist ein Magnet, auch für Kleinkinder. Es bleibt nicht aus dass früher oder später das Kind den Teich erkunden wird.

Abhängig ist die Beantwortung der Frage auch wie groß der Teich ist. Bei einer Teichschale von 3m x 2m gibt es andere Gedankengänge als bei einer Teichschale mit einer Größe von 1m x 1m.

Absicherung / Erhalten

Zuerst kann man über eine Absicherung nachdenken um vielleicht Sandkasten und Miniteich gleichzeitig zu haben. Wie kann man einen kleinen Miniteich der eingegraben ist, absichern?

Das ist nur bedingt möglich und die Möglichkeiten sind räumlich oftmals nicht umsetzbar oder optisch nicht ansprechend.

Netz / Draht

Ein Netz oder Draht ist das erste was einen in den Sinn kommt. Beides ist nur bedingt praktikabel und auch nur bis zu einer bestimmten Größe sinnvoll umzusetzen.

  • Pflanzen wachsen durch das Netz, den Draht hindurch
  • Pflegemaßnahmen die trotzdem anfallen sind nur umständlich zu realisieren
  • Tiere werden in Mitleidenschaft gezogen
  • Material ermüdet im Laufe der Zeit, die Sicherheit ist dann nicht gewährleistet

Der Miniteich muss ja weiterhin gepflegt werden, sprich die Pflanzen müssen geschnitten werden oder entnommen werden um winterfest gemacht zu werden. Teichschlamm muss gegebenenfalls entfernt werden und vielerlei mehr.

Durch den Draht oder Zaun werden die Pflanzen wachsen, das Netz oder den Draht umwuchern. Das Netz wird im Laufe der Zeit nur mit großer Mühe entfernt werden können.

Tiere werden ans Wasser wollen und diese werden sich, insbesondere Vögel, darin verheddern und verletzen. Ebenso wird es dem Igel ergehen der aus Neugierde sich am Teich aufhält.

Da diese Abdeckung in dem Fall mehrere Jahre Bestand haben soll stellt sich auch die Frage nach der Materialermüdung und der scheinbaren Sicherheit. Ein Netz zur Sicherheit das reißt ist kein Netz.

Ein Netz oder Draht zur längerfristigen Absicherung eines Miniteiches ist nicht geeignet.

Zaun

Ein Zaun ist eine weitere Möglichkeit. Hier kommt es auf die Größe des Gartens und der Teichschale an. Ab wann macht das Sinn?

Stellt man sich eine größere Teichschale von 3m x 4m vor der jahrelang gepflegt wurde und in dem vielleicht auch Technik verbaut wurde vor, so ist das etwas anderes als eine kleine Teichschale von 1m x 1m. Dieser ist im Grunde schnell wieder aufgebaut, das ist kein Biotop in dem Sinne.

Ist man Besitzer so einer großen Teichschale und der Garten ist groß genug kann man durchaus an einen extra Zaun denken der den Teich vom Rest des Gartens abgrenzt. So ein Zaun kann durchaus auch lukrative Aspekte haben. Einen Zaun kann man auch relativ sicher gestalten.

Der Zaun als Absicherung ist weitaus besser als Netz oder Draht. Macht aber nur Sinn wenn es sich um einen größeren Miniteich in einem größeren Garten Sinn.

Umbau zum Sandkasten

Absichern eines eingegrabenen Miniteichs ist nur bedingt möglich, also betrachten wir eine mögliche Umgestaltung des Miniteiches zum Sandkasten.

Die Eigenschaften die ein Sandkasten hat

Ein Sandkasten muss bestimmte Eigenschaften besitzen um Spielfreude zu bieten.

  • der Sand darf keinen Bodenkontakt haben
  • einen Rand der Eintrag von der Wiese verhindert
  • Ableitung von Regen
  • eine gewisse Buddeltiefe
  • Vollsonne – sterilisiert die Bakterien
  • Hygienische Dinge wie Schutz vor Katzenkot

• Der Sand darf keinen Bodenkontakt haben da sonst ziemlich schnell Ungeziefer und Würmer einziehen und der Sand mit Erde vermischt wird.

Beim Sandkasten wird üblicherweise ein Pflanzvlies am Boden verarbeitet. Die Teichschale ist nach unten hin dicht und über Bodenkontakt muss man sich keine Gedanken machen. Dieser ist ausgeschlossen.

• Der Sandkasten hat einen Rand der über Bodenniveau ist. Das hat mitunter den Grund dass kein Erd- und Dreckeintrag von der Wiese ohne Hindernis erfolgen kann. Sei es durch Regenwasser oder dadurch dass zum Beispiel beim Rasenmähen Grünschnitt ungehindert in den Sandkasten gerät.

• Das Wasser wird gut abgeleitet. Dabei muss man unterscheiden ob man eine kleine Buddelkiste (Sandmuschel) hat die man komplett abdecken kann oder einen großen Sandkasten der fest im Garten eingebaut ist. Der Sand nimmt relativ viel Wasser auf, überschüssiges Wasser wird nach unten durch das Bodenvlies abgeleitet.

• Eine Buddeltiefe von 10cm ist für Kleinkinder ausreichend, 30cm ist toll für größere Kinder die gerne baggern und Landschaften bauen.

• Das UV-Licht tötet Bakterien und Keime. Ein Sandkasten der der Sonne ausgesetzt ist, ist immer steriler als der Sandkasten der ständig im Schatten steht.

Ein häufiges Problem ist Katzenkot. Dem kann man mit einem Netz vorbeugen. Eine Vollabdeckung ist zu vermeiden da sich darunter gerne Ameisen ansiedeln.

Was bietet der Miniteich als Sandkasten?

Einen Bodenkontakt mit dem Sand in der Teichschale würde es nicht geben.

Nach obiger Liste ist die Buddeltiefe gewährleistet. Allerdings ist das ein zweischneidiges Schwert. Füllt man die Teichschale mit Spielsand auf, so hat man evtl. 80cm Sandtiefe. Das stellt eine gewisse Gefahr dar. Nicht umsonst gibt es öffentlichen Spielplätzen eine Begrenzung von ca. 30cm bis 40cm. Man will verhindern dass Kinder sich Höhlen in den Sand buddeln und darin ersticken.

Füllt man die Teichschale bis zum Rand mit Sand so kann viel Wasser aufgenommen werden. Ein Starkregen wird den Sand zum Matsch machen da kein Wasser nach unten abfließen kann. Mit normalen Regen und normaler Witterung kommt die Sandfüllung einer Teichschale zurecht.

Eine Teichschale ist meist ebenerdig eingegraben und hat somit keinen schützenden Rand gegen Schmutzeintrag.

Eine gut angelegte Teichschale steht im Halbschatten. Somit wäre der Teichschalensandkasten dem Eintrag von oben, inklusive Vogelkot, ausgesetzt. Die UV-Strahlen die den Sand sterilisieren sind zu wenig.

Eine Teichschale lässt sich mit einem Netz als Katzenschutz abdecken.

Wie man sieht erfüllt eine Teichschale im Grunde gute Voraussetzungen um diesen zu einem Sandkasten umzubauen. Gewichtig dagegen spricht der ebenerdige Einbau und Stauwasser, vor allem bei Starkregen.

Mein Tipp

Ich persönlich würde eine Teichschale nicht zum Sandkasten umbauen. Ich würde die Teichschale ausbauen und dort, falls der Standort passt, einen richtigen Sandkasten errichten.

Einzig eine große Teichschale bietet Potential für den Umbau. Entweder durch Abgrenzung mit einem Zaun oder weil sich die Fläche als Umbau für einen großen Sandspielplatz mit Rutsche eignet.

Gewichtig dagegen spricht einfach der nicht ideale Standort, der ebenerdige Einbau und die mögliche Staunässe. Hinzu kommt dass der schwarze Kunststoff sich sehr schnell aufheizen kann und für das Kind bei Berührung unangenehm wird.

Parallel würde ich einen Miniteich in Form eines Fasses aufstellen und einen Teil der Wasserpflanzen umsiedeln.

Was hingegen sehr gut funktioniert ist der Umbau zu einer Kräuterspirale. Denn oft werden diese mit einem Wasserspiel ausgestattet und man kann eine kleine Teichschale und eine Kräuterspirale sehr gut miteinander kombinieren.