Miniteich anlegen

Der Miniteich erobert Terrassen, Balkone und Gärten. Star unter den Miniteichen ist das halbe Weinfass. Diese sind in neu und gebraucht, in unterschiedlichen Größen und Qualitäten erhältlich.

Neben dem halben Weinfass gibt es jede Menge anderer Behälter die für einen Miniteich geeignet sind. Das reicht vom Mörteleimer bis hin zur emailierten Badewanne.

Im Grunde ist jeder Behälter der Dicht ist und eine gewisse Stabilität aufweist für einen Miniteich geeignet. In meinen 6 Tipps für die Anschaffung ist nachzulesen auf was zu achten ist.

Mit einem Behälter alleine ist es aber nicht getan. Zunächst sollte man sich ein paar Gedanken über die vorhandenen Gegebenheiten und Möglichkeiten machen. Das bewahrt vor unnötigen Geldausgaben und Enttäuschungen.

Ist das Grundsätzliche geklärt kann es an den Aufbau des Miniteiches gehen. Je besser man plant und Stolpersteine aus dem Wege räumt um so mehr Freude wird man an dem kleinen Juwel haben.

Inhalt

Grundsätzliche Gedanken

Ein Miniteich ist eine künstlich geschaffene Wasserlandschaft mit relativ wenig Wasser. Dadurch hat der Miniteich mit einigen Dingen zu kämpfen die ihn von einem großen Gartenteich grundsätzlich unterscheiden und auch begrenzen.

Ein Miniteich ist kein sich selbst reproduzierendes und kein sich selbst erhaltendes Gewässer. Ein klassischer Miniteich auf der Terrasse oder Balkon kann nicht einmal eine Muschel ernähren.

Allerdings hat ein Miniteich auch Vorteile gegenüber dem großen Gartenteich. Will etwas trotz aller Bemühungen nicht gelingen so kann man ohne große Umstände den Miniteich neu anlegen.

Bevor es los geht – trotz allen Könnens und Hingabe kann es passieren dass der Miniteich nichts wird. Selbst zwei Miniteiche nebeneinander können sich gänzlich unterschiedlich entwickeln. Der eine kämpft mit Algenblüte und der Miniteich neben dran gedeiht prächtig.

Da genügt ein Grad Temperaturunterschied, da genügt es wenn eine Wasserpflanze kränklich ist oder sonst eine Kleinigkeit. Diese Sensibilität ist der Kleinheit des Biotopes geschuldet.

Deshalb ist es wichtig von Anfang an ein paar Tipps zu beherzigen die einen guten Start gewährleisten. Es ist nicht schwer einen Miniteich anzulegen und an Wasser, Tieren und Pflanzen seine Freude zu haben.

Ein paar Überlegungen vorab und der Miniteich wird es mit viel Freude und erholsamen Stunden danken. Wer sich vorstellen kann ein kleines Blumenbeet gut zu pflegen und zu hegen, der kommt auch mit dem Miniteich klar.

Es folgen einige Anregungen und Hinweise die vielen Selbstverständlich sind. Doch in einer umfassenden Erklärung dürfen diese nicht fehlen. Dieser Artikel dient zur Übersicht über das Thema Miniteich. Wo nötig gibt es Hinweise zu weiterführenden Artikeln.

Behälter für den Miniteich

Der Standort und das Vorhaben begrenzt die Auswahl des Behälters. Wird der Behälter eingegraben? Steht er auf einer Terrasse oder einem Balkon? Soll er mobil sein weil man ihn im Winter zum Beispiel in den Wintergarten transportieren will? Oder ist gar ein Verbund aus mehreren Miniteichen geplant?

 Gewicht

Das klassische Weinfass fasst ca. 100 Liter und bringt ein Eigengewicht von ca. 30 kg mit sich. Das wären rechnerisch (1 Liter Wasser = 1 kg) 130kg. Das wird aber etwas mehr denn ein Teil des Inhaltes besteht aus Steinen, Wasserpflanzen ragen aus dem Behälter.

So wiegt der Miniteich im Weinfass ca. 160kg. Meist kein Problem, aber nachfragen und abklären ob das der Balkon dauerhaft aushält ist nötig.

Gibt es nur eine begrenzte Tragfähigkeit des Untergrundes oder des Balkons dann lieber einen kleinere Behälter wählen. Ein großer Behälter nur zur Hälfte gefüllt sieht nicht gut aus.

Ein Weinfass zur Hälfte gefüllt schadet dem Weinfass, führt zum austrocknen des Holzes und somit zu Undichtigkeiten.

 Dichtigkeit

Das Weinfass ist nur dann dicht wenn das Holz nass ist. Das Holz quillt auf und die Eisenringe geben den nötigen Gegendruck. Wird das Weinfass das erste mal befüllt so tritt Wasser aus. Undichtigkeiten gibt es auch wenn der Wasserspiegel zu niedrig wird und das Holz von oben her anfängt auszutrocknen.

Das kann auf einem Balkon schnell zu einem Ärgernis werden. Um auf Nummer sicher zu gehen kleiden viele das Fass zusätzlich mit einer Teichfolie aus, greifen zu einem Kunststoffbehälter oder arbeiten mit flüssiger Teichfolie.

Undichtigkeiten entstehen auch an Schrauben durch Rost an Schweißnähten oder an gefalzten und verlöteten Stellen wie der Zinkwanne.

 Mobil

Das klassische Weinfass lässt sich gut auf einen Möbelroller stellen, bzw. kann man einen geeigneten Möbelroller im Herbst darunter schieben und den Miniteich zum Beispiel in den Wohnraum oder Wintergarten bewegen.

Wer vorhat seinen Miniteich mobil zu gestalten sollte das vorher bedenken und abklären ob der Behälter dafür geeignet ist.

Rollen kann man vor der Erstbefüllung anbringen. Ist der Miniteich einmal voll ist das ohne diesen abzulassen nicht mehr möglich.

 Untergrund

Der Untergrund sollte eben sein, ansonsten steht auf der einen Seite das Wasser bis zum Rand, auf der anderen Seite ist der Wasserspiegel zu niedrig.

Beim Aufstellen und vor dem befüllen ist eine Kontrolle mit der Wasserwaage nötig.

Ein Gefälle lässt sich mit Holzkeilen oder Steinplatten ausgleichen. Eine ebene Stellfläche sollte man vor dem Aufstellen sicherstellen.

Gerade auf dem Balkon und der Terrasse hat man es mit Gefälle zu tun.

 Freistehend oder eingraben

Soll der Behälter frei stehen, wie das Weinfass, so muss eine gewisse Stabilität vorhanden sein. Wenn das Gewicht des Wassers den Behälter auseinanderdrückt sieht das nicht besonders schön aus. Dieses passiert gerne bei zu schwach gearbeiteten Kunsstoffwannen.

Abhilfe kann man in solchen Fällen mit einer Verkleidung schaffen, im einfachsten Fall mit einer Bastmatte. Gerne werden auch Holzpalisaden genommen.

Freistehende Behälter erhitzen sich leichter. Ist er zudem noch schwarz um so schneller. Daher ist bei schwarzen Behältern wie der Mörtelwanne eine Verkleidung nicht nur aus optischen Gründen sinnvoll sondern hilft auch dem Wasserklima.

Wird ein Holzfass eingegraben so sollte man sich im klaren sein dass ein Holzfass dort schneller verrotten wird als wenn es frei steht. Dennoch lässt sich ein Weinfass zum Beispiel zur Hälfte eingraben und von aussen noch mit Folie schützen. Ist nicht ideal aber das Weinfass wird dennoch viele Jahre halten und Freude bereiten. Aber es wird keine Dauerlösung sein.

Wer einen komplett eingegrabenen Miniteich möchte, ist mit einer günstigen Teichschale oder einer Mörtelwanne aus dem Baumarkt gut beraten. Oder man entschließt sich gleich mit Teichfolie zu arbeiten.

 Muss es immer ein großer Behälter sein?

Wenn man vom Miniteich spricht, meint man in aller Regel das halbe Weinfass, die Zinkwanne und den Mörtelkübel.

Doch die Auswahl ist riesig. So wird auch die Wasserschale als Miniteich bezeichnet oder auch die etwas größer angelegte Vogeltränke.

Eine flache Wasserschale mit ein paar Wasserlinsen und vielleicht einer Schwimmkerze ist für nicht wenige der Ruhepol des Tages.

Es gibt die Liebhaber des Weinfasses aber auch die Liebhaber die Wasser eher meditativ inszenieren. Ein Miniteich beginnt nicht ab einer bestimmten Literzahl.

 Schadstoffe Behälter

Behälter bringen immer eine Belastung mit sich. Seien es Produktionsrückstände, Staub und Pollen vom rumstehen oder die Emission von behandelten Oberflächen des Behälters in das Wasser.

Besonders die beliebte Zinkwanne gibt Schadstoffe ab die zwar Wasserpflanzen zum Teil absorbieren können aber Lebewesen wie Fischen oder Garnelen nicht gut tun. Viele Miniteiche in Zinkwannen bleiben in ihren Möglichkeiten zurück da Pflanzen und Lebewesen mit Schadstoffen kämpfen.

Ebenso ist Vorsicht mit versiegeltem oder lackiertem Holz geboten. Durch das kleine Wasservolumen schlägt der Eintrag enorm zu buche.

Bei Zinkwannen, lasierten oder lackierten Behältern nützt eine Reinigung nichts. In diesen Fällen wird dringend die Verwendung von Teichfolie empfohlen.

Immer wieder liest man von flüssiger Teichfolie. Die Verarbeitung ist nicht einfach und dauert mehrere Tage. Doch wer sich das zutraut hat damit eine Versiegelung die genauso gut ist wie Folie.

 Teichfolie und Behälter

Eine Teichfolie ist für Wasser gemacht. Doch ist sie verträglich für Pflanzen und Fische? Nein, vor allem PVC Folien enthalten Weichmacher die sich ins Wasser auslösen, spätestens, verstärkt wenn Sonne ins Spiel kommt.

In Schweden zum Beispiel wären viele Folien die es bei uns zu kaufen gibt nicht im Handel erhältlich da zu viel Schwermetalle und Weichmacher enthalten sind.

Zwar steht fast überall „fischfreundlich“ in der Folienbeschreibung, doch welche Fische? Im Miniteich haben wir es nicht mit großen und robusten Fischen zu tun.

Am unbedenklichsten ist noch die EPDM Folie die dem Naturkautschuk sehr nahe kommt. Daher gilt auch bei Folien, einmal mindestens durchspülen.

Wer keine Fische einsetzt wird sich weniger Gedanken machen müssen.

Wer auf Teichfolie verzichten will muss auf Gefäße zurück greifen die von haus aus dicht sind und auch dicht bleiben.

 Gängige Behälter für den Miniteich

  • Weinfass
  • Blumenkübel
  • Terrakottagefäß
  • Mörtelwanne
  • Mörteleimer
  • Pflanzschale
  • Zinkwanne
  • Teichschale

 Weinfass reinigen

Das gebrauchte halbierte Weinfass ist mit der beliebteste Behälter für einen Miniteich. Handelt es sich um ein Weinfass in dem aktiv Wein gelagert wurde, so kann man das Fass ohne intensive Reinigung nicht verwenden.

Das gebrauchte Weinfass einmal mechanisch mit einer Bürste reinigen. Danach mit Waschsoda (ein wahres Wundermittel) und Wasser das Fass füllen und mehrere Tage stehen lassen. Das Wasser wird sich färben und es bilden sich schleimige Ablagerungen.

Danach das Fass entleeren reinigen und den Vorgang mehrfach wiederholen. Der Prozess der Reinigung kann durchaus 2-3 Wochen in Anspruch nehmen.

In der Zeit kann man auch gleich feststellen ob das Fass überhaupt dicht ist.

Behauptungen man könne ein gebrauchtes Holzfass mit einer einmaligen Anwendung eines Dampfstrahlers sauber bekommen stimmen in aller Regel nicht. Das mag den Anschein haben, aber Hefekulturen und Weinstein sitzen zu tief im Holz.

Extratipp: Weinfass niemals blank auf den Boden stellen. Es muss immer Luft unter den Boden kommen. Entweder 3 Steine unter das Fass stellen oder Rollen anbringen wenn man das Fass mobil haben möchte.

Die Wahl des Standortes

Der Standort entscheidet maßgeblich mit ob der Miniteich mehr Freude oder mehr Ärger und Arbeit bereitet. Der ideale Standort ist der Halbschatten. Der ist aber nicht immer gegeben. Mit dem einen oder anderen Kniff kann man dennoch erfolgreich einen Miniteich anlegen.

 Bäume und Sträucher

Bäume verlieren nicht nur im Herbst Laubblätter. Auch während des Jahres fallen immer wieder Blätter vom Baum oder der Wind reißt einige Blätter aus der Krone. Dazu kommen Ästchen, harzige Masse, Pollen und Blütenblätter.

Vögel die in den Bäumen sitzen sorgen immer wieder einmal für Kot und Insekten fallen in das Wasser. Das alles sind Nährstoffeinträge. Klingt vielleicht nicht nach viel, der Miniteich aber kann schnell damit überfordert sein. Daher sollte man ein besonderes Auge auf Einträge von Bäumen und Sträuchern haben und diesen Eintrag entfernen.

 Sonne, Halbschatten, Schatten

Der Miniteich wie auch alle anderen Teiche lieben den Halbschatten. Die Alge liebt die Sonne. Mit Halbschatten ist eine Sonneneinstrahlung von max. 6 – 8 Stunden gemeint. Dazu kommt dass ein Miniteich, wenn er als Hochteich angelegt ist (nicht eingegraben) sich schnell erwärmt.

Doch was tun wenn man nur ungenügend mit Halbschatten dienen kann? Da wären die Schwimmpflanzen und die Schwimmblattpflanzen. Zu den bekanntesten Schwimmblattpflanzen gehört die Seerose. Sie ist im Grund verwurzelt und die Blätter schwimmen auf der Wasseroberfläche. Diese schwimmenden Blätter beschatten das Wasser. Die Seerose selbst liebt vorwiegend Sonne (aber keinen Springbrunnen).

Eine kleine Schwimminsel oder ein schwimmender Springbrunnen* können ebenfalls für Schatten sorgen.

 Haustiere

Der Miniteich ist für Haustiere äußerst spannend und wird gerne als Trinkstelle verwendet. Sofern es sich um Katzen oder kleinere Hunde handelt ist das auch kein Problem. Sollte sich allerdings eine Dogge den Miniteich als Trinkstelle auserkoren haben so kann das für den Miniteich zum ernsthaften Problem werden.

Falls eine derartige Schmusebacke den Garten als ihr Heim betrachtet muss der Standort so gewählt sein dass der Miniteich nicht zur Trinkpfütze verkommt.

Material für den Miniteich

Nach ein paar Grundgedanken, der Standortwahl und der Auswahl des Behälters geht es nun um benötigtes Material um den Miniteich einzurichten.

Im Grunde ist das für jeden Miniteich das Gleiche.

 Checkliste Material

  • gewaschener Kies
  • gewaschene Steine
  • Pflanzkörbe
  • Teichsubstrat
  • evtl. Teichfolie
  • evtl. Springbrunnen

 Material vorher waschen

Das Material, vor allem die Steine und der Kies, wie auch der Sand sollten gewaschen sein. Ansonsten hat man lange Zeit mit einer milchigen Brühe zu kämpfen. Zudem lagern sich die Schlammrückstände ab und man sieht ständig eine weiße bis lehmig braune Schicht.

Auch Pflanzkörbe kann man einmal kurz durchspülen. Wer weiß ob nicht Produktionsrückstände vorhanden sind. Wir erinnern uns, der Miniteich hat nur wenig Wasser und die Selbstreinigung ist begrenzt.

Technik für den Miniteich

Der Miniteich wirkt auch ohne technisches Zubehör. Doch manchmal kann ein Springbrunnen oder eine Beleuchtung das Tüpfelchen auf dem i sein.

Technik bedeutet auch immer Strom, sei es in Form von Solarzellen oder als Netzanschluss. Entsprechend umsichtig muss damit umgegangen werden.

 Springbrunnen

Der Springbrunnen zählt zum beliebtesten Zubehör für den Miniteich. Neben dem Effekt des plätscherns hat ein Springbrunnen weiteren Nutzen. Mücken mögen kein bewegtes Wasser und es werden damit auch keine Eier abgelegt. Ein Springbrunnen beugt einer Mückenplage vor.

Desweiteren bringt ein Springbrunnen Sauerstoff in das Wasser. Normalerweise erledigen das die Pflanzen, wer aber keine Sauerstoff produzierenden Pflanzen hat, der ist mit einem Springbrunnen gut beraten.

Statt eines Springbrunnens mit Fontäne kann man einen Quellstein oder Wasserspeier nutzen. Eine Fontäne hat den Nachteil dass immer etwas Wasser daneben geht und bei Wind landet relativ viel Wasser neben dem Miniteich.

Wer sich für einen Springbrunnen mit Solarzelle entscheidet sollte darauf achten dass ein Akku dabei ist, zumindest wenn man vom Springbrunnen auch außerhalb der Sonnenstunden etwas haben will.

Die Seerose allerdings mag kein Wasser das auf Blüte und Blätter spritzt.

 Beleuchtung

Die Beleuchtung ist ein reines Stilelement und ist für das Wasser und den Miniteich nicht notwendig. Die Beleuchtung setzt den Miniteich bei Dunkelheit in Szene und schafft eine besondere Stimmung.

Manchmal ist die Beleuchtung im Springbrunnen integriert. Weitaus häufiger aber wird die Beleuchtung extra erworben. Das reicht vom Unterwasserstrahler mit verschiedenen Farben oder Leuchtkugeln die auf der Wasseroberfläche schwimmen.

Auch hier gibt es die Wahl zwischen Solar und Netzbetrieben. Doch Solar macht nur dann Sinn wenn ein Akku verbaut ist.

 Filteranlagen

Für einen üblichen Miniteich braucht es keine Filteranlage. Doch wenn man den Miniteich auch als Sommeraquarium nutzt und Fische einsetzt dann macht ein Filter durchaus Sinn.

Des weiteren bauen sich manche eine ganze Wasserlandschaft aus mehreren Miniteichen so dass im Endeffekt eine große Wassermenge zusammen kommt. Dieses erfordert sehr wohl Filter und Pumpen.

 Schlammsauger

Ein Schlammsauger (Schlammsauger Einkaufstipps) kennt man aus dem Poolbereich. Doch auch beim Teichbesitzer stößt der Schlammsauger auf offene Ohren, auch beim Besitzer eines Miniteiches.

Bleibt ein Miniteich über Jahre bestehen und wird nicht im Winter ausgeräumt so bildet sich auf natürliche Art und Weise ein Schlammschicht am Grund. Der Miniteich kann damit schwerer umgehen als ein großer Teich. Daher muss ein Miniteich von Zeit zu Zeit gesäubert werden. Üblicher Weise geschieht das durch ablassen und neu aufbauen. Ein Schlammsauger kann diese Arbeit ersparen.

Neben dem Miniteich auf der Terrasse und dem Balkon gibt es ja auch durchaus auch Miniteiche die fest eingebaut sind und mehrere hundert Liter fassen. Da macht ein Schlammsauger durchaus Sinn.

Man muss sich allerdings auch bewusst machen dass man damit auch einen Teil der Teichbewohner wie Mikrolebewesen und Schnecken absaugt. Diese finden sich aber schnell wieder ein da ja die Bepflanzung stehen bleibt. Doch wer besondere Schnecken oder Wassertiere im Miniteich hält muss diese vor dem Einsatz eines Schlammsaugers in Sicherheit bringen. Mehr über Schlammsauger für den Miniteich unter Wissen.

Der Aufbau – Miniteich Pflanzhöhen herstellen

Im Artikel über Wasserpflanzen habe ich auf die Schichtung hingewiesen. Die Wasserpflanzen brauchen verschiedene Pflanzhöhen. Diese Höhen sollten ungefähr eingehalten werden ansonsten wird die Pflanze eingehen oder weit unter ihren Möglichkeiten bleiben. Auf den Zentimeter kommt es nicht an.,

Die Schichtung, die verschiedenen Wasserhöhen erstellt üblicherweise mit Ziegelsteinen und Pflastersteinen.

Ebenfalls sollte man beim Aufbau darüber nachdenken ob man einen Springbrunnen oder einen Quellstein verwenden möchte.

Aufbau BeispielSpringbrunnen oder Quellstein
Miniteich – hohe Wasserpflanzen am Rand

Je eher man weiß welche Wasserpflanzen man möchte desto gezielter kann man die Schichtung anlegen.

Aber machen wir es nicht komplizierter als es ist. Es wird ein Bereich benötigt in der Pflanzen bis 10cm tief im Wasser stehen und vielleicht nochmal einen Bereich mit einer Wassertiefe von 20cm.

 Praxistipp

Tipp

Die Pflanzen (Ausnahme Schwimmpflanzen) werden in Pflanzkörben im Miniteich eingesetzt. Die Pflanzkörbe haben eine gewisse Höhe. Baue ich die Schichtung zu hoch steht die Wasserpflanze im trockenen.

Würde die Wasserpflanze zu tief kommen, weil ich mich verbaut habe, einfach ein paar Kiesel unter den Pflanzkorb stellen oder im Pflanzkorb selbst etwas mehr Kieselsteine hinein legen so dass der Wurzelballen etwas nach oben kommt.

Zur Erinnerung: Auf den Zentimeter kommt es nicht an. Es wird während des Betriebes alleine durch Wasserverdunstung immer wieder zu Schwankungen im Wasserstand kommen.

 Pflanzrolle

Die Pflanzrolle macht es einem einfacher. Wer eine Pflanzrolle verwendet braucht an Schichtung und an Pflanztiefen nicht zu denken.

Eine Pflanzrolle schwimmt oben auf und ist mit Substraten gefüllt. In diese Pflanzrolle setzt man Sumpfpflanzen.

Der Vorteil dieses einfachen wie genialen Systems ist der dass Pflanzen ohne Substrat auskommen, diese immer genug Feuchtigkeit haben und die Pflanzen ihre Nährstoffe aus dem Wasser holen.

Damit werden keine unnötigen Nährstoffe an den Miniteich abgegeben was mit klarem Wasser gedankt wird.

 Richtig einpflanzen

Pflanzen werden üblicherweise nicht direkt in den Miniteich gepflanzt. Wasserpflanzen setzt man in einen Pflanzkorb der mit Vlies ausgelegt und mit Kieselsteinen beschwert ist. Des weiteren benötigt man Teichsubstrat. Keinesfalls Blumenerde nehmen.

Die Pflanzenwurzeln werden ausgespült und in den Pflanzkorb mit Vlies und Teichsubstrat gesetzt. Der Grund ist der dass man den Nährstoffeintrag minimieren möchte.

Teichsubstrat selbst ist auch nicht unumstritten. Es kommt stark auf die Qualität an. Mischt man sich ein Teichsubstrat selbst an so verwendet man Sand, etwas Lehm und Kies. Die Nährstoffe holt sich die Pflanze aus dem Wasser.

Fische, Wasserschnecken und Co.

Wassertiere, speziell Fische, sind für einen Miniteich kritisch zu betrachten.

In einschlägigen Foren wird über dieses Thema heiß diskutiert. Generell wird von Fischen abgeraten. Der Hintergrund ist der dass die Frage nach einem Fisch für den Miniteich vielfach von Anfängern gestellt wird. Für Anfänger ist dieses Thema in der Tat schwierig und für den Fisch häufig eine Quälerei.

Zudem bedeuten Fische zusätzlichen Nährstoffeintrag und Nährstoffe bedeuten Nahrungsgrundlage für Algen und trübes Wasser. Nährstoffe sind der Hauptfeind für klares Wasser, besonders bei der Kleinheit des Miniteiches.

 Fische – ein Fall für Aquarianer

Wer sich aber mit Fischen auskennt, in erster Linie Aquarianer, setzen gerne Fische in den Miniteich. Diese wissen aber auch was sie tun, welche Temperaturen und Wasserqualitäten nötig sind dass der Fisch sich wohlfühlt.

Wer sich noch nicht mit Aquaristik beschäftigt hat dem ist davon abgeraten einfach mal ein paar Fische zu kaufen und diese einzusetzen. Wer aber ernsthaft in das Thema Aquarium und Fische einsteigt kann dies durchaus auch mit dem Miniteich tun.

Aquarianer sprechen davon dass ihre Fische nach einer Saison im Miniteich farbenfroher und agiler sind als wenn sie im Aquarium gehalten worden wären.

Nur wenige Fische sind überhaupt für den Miniteich geeignet, meist sind es Exoten die auch warme Temperaturen vertragen. Folgende Fische werden gerne von Aquarianern in den Miniteich gesetzt

  • Kardinalfisch,
  • Stichlinge
  • Paradiesfisch (blaue Makropode)
  • Papageienkärpfling
  • Guppy
  • Zwergsonnenbarsch
  • Zwergkärpfling
  • östlicher Moskitofisch
  • Zebrabärblinge
  • Moderlieschen

Eine Aussage ist überall zu lesen: Keine Goldfische

Es bleibt auch die Frage nach der Überwinterung der Fische. Die Aquarianer nehmen dazu gerne ein Nanoaquarium das auch für Einsteiger gut geeignet ist. Neben den Fischen lassen sich dort auch Wasserpflanzen überwintern.

 Garnelen – algenfressende Schmuckstücke

Garnelen sind wunderbare aber scheue Schmuckstücke und eignen sich, sofern man Ahnung von Aquaristik hat, sehr gut für den Miniteich. Viele Aquarianer schwärmen von kräftigen Farben und gutem Wachstum der Garnelen im Miniteich.

Garnelen sind auch als Algenfresser bekannt und werden auch als solche gerne im Aquarium gehalten.

Doch Vorsicht, nicht jede Garnele passt zu jeder Garnele. Durchaus greifen sich die Garnelenarten untereinander an.

Beliebte Garnelen für den Miniteich sind:

  • Red Fire (Neocaridina heteropoda)
  • Sri Lanka Zwerggarnelen (Caridina simoni simoni)
  • White-Pearl Zwerggarnele (Neocaridina cf. zhangjiajiensis var. white)

Garnelen werden im Aquarium überwintert. Beim Abfischen im Herbst sind Garnelen schwer zu erwischen. Die Fangquote liegt bei 60% bis 70%. Von denjenigen die man nicht erwischt überleben einige den Winter. Dennoch gelten Garnelen nicht als „winterhart“.

 Wasserschnecken – die Algenfresser

Wasserschnecken (Artikel zu Wasserschnecken: Nutzen und Plage) werden gerne als Algenfresser angepriesen und empfohlen. Doch wo viel Licht ist auch Schatten. Schnecken vermehren sich, falls das Wassermilieu passt, in großer Zahl.

Wird das Futter knapp so gehen die Schnecken mitunter an die Wasserpflanzen. Bei mancher Wasserpflanze schadet das nicht, denn auch diese vermehren sich mitunter gewaltig.

Als Wasserschnecken werden heimische Arten empfohlen. Diese kommen mit den Temperaturen besser zurecht, vor allem im Winter. Falls Wasserschnecken den Weg nach draußen finden so haben Exoten in unserem Lebensraum nichts zu suchen. Meist richten diese großen Schaden in der heimischen Tierwelt an.

Heimische Schneckenarten

  • Posthornschnecke –  winterharte Schnecke, kommt auch sehr gut mit sauerstoffarmen und verschmutzten Wasser zurecht.
  • Sumpfdeckelschnecke – ist die einzige Schnecke die auch Plankton und Schwebealgen filtern kann. Vermehrt sich langsam und gebärt fertig ausgebildete Schnecken. Winterhart, überwintert im Schlamm.
  • Spitzschlammschnecke – vermehrt sich extrem und fällt gnadenlos über Wasserpflanzen her. Schnell hat man eine Schneckenplage im Miniteich. Winterhart; überlebt zeitweises austrocknen des Gewässers.

 Überwinterung der Wassertiere

Die Überwinterung der Wassertiere stellt viele Besitzer von Miniteichen vor eine große Aufgabe. Wer Tiere in seinem Miniteich hat, hat auch die Verantwortung für den Winter. Zur Überwinterung bietet sich ein sogenanntes Nanoaquarium an.

In der Regel handelt es sich um Fische, Garnelen und Wasserschnecken. Vor allem um Fische und Garnelen muss man sich kümmern. Schnecken können einen nicht all zu harten Winter überleben, vorausgesetzt der Miniteich bietet Überwinterungsmöglichkeiten wie Bodenschlamm oder Pflanzendickicht an.

Doch Bodenschlamm ist ja das was Besitzer eines Miniteiches nicht wollen. Zudem werden häufig die Wasserpflanzen den Winter über entnommen. So würde auch den meisten Wasserschnecken der Wintertod mangels Versteckmöglichkeiten drohen.

Das Abfischen der Wassertiere ist nicht einfach. Bei Garnelen erwischt man ca. 60% bis 70%. Bei den Schnecken ist die Quote nicht viel besser. Selbst wenn man das Gefäß komplett entleert wird sich zwischen den Steinen immer noch etwas verstecken.

Fische und Garnelen: Diese müssen in unseren Breitengraden auf alle Fälle aus dem Miniteich entnommen werden. Viele Aquarianer besitzen auch einen Miniteich und erfreuen sich immer wieder daran wie farbenprächtig und fidel sich die Fische im Miniteich entwickeln.

Wasserpflanzen: Wasserpflanzen kann man durchaus in einem Eimer mit etwas Wasser überwintern. In den Wasserpflanzen selbst verstecken sich sowieso die Schnecken oder Schneckeneier.

Wasserschnecken: Diese können ebenfalls in ein Nanoaquarium untergebracht werden oder zur Not auch mit den Wasserpflanzen im Eimer überwintern. Nur muss man darauf achten dass man die Schnecken und Wasserpflanzen dann wieder zeitig im Jahr ausbringt da sonst die Wasserschnecken sich an die Wasserpflanzen ran machen.

Überwinterung des Miniteiches

Eine wichtige Frage ist die Überwinterung der Miniteiche. Die Empfehlungen reichen von komplett entleeren bis dahin den Miniteich einfach zu belassen.

Beides ist nicht falsch, beides kann aber falsch sein. Um sich diese Frage zu beantworten muss man einige Aspekte betrachten. Generell schadet es den meisten Behältern nicht wenn sie mit Wasser zu gefrieren. Viele Wasserpflanzen haben auch kein Problem damit.

Hat man aber vor den Miniteich im Frühjahr neu aufzubauen dann sollte man diesen vor dem Winter entleeren, die Wasserpflanzen und Wassertiere winterfest unterbringen  und den Behälter reinigen.

 Behälter und Winter

Jeder Behälter der nach oben offen ist und sich nach oben weitet, zumindest nicht verjüngt, hat kein Problem mit gefrierendem Wasser. Zu diesen Behältern gehören zum Beispiel das Weinfass, der Mörteleimer oder die Mörtelwanne.

Handelt es sich um empfindliche und frostgefährdete Behälter wie Terrakottagefäße so müssen diese wintersicher verstaut werden.

Entleert man das Weinfass vor dem Winter so muss man es im Frühjahr erst ein paar Tage wässern bevor die Dauben wieder aufquellen und das Fass dicht wird.

Tipp

Will man den Miniteich belassen und nicht winterfest machen, so kann man diesen mit Luftpolsterfolie, Bastmatten und Laub und ähnlichem umwickeln. Viele Miniteich Besitzer gehen so vor und haben Erfolg.

 Wasserpflanzen und Winter

Viele Wasserpflanzen haben kein Problem mit dem Winter. Wer auf Nummer sicher gehen will sollte Wasserpflanzen in einem Eimer im Keller überwintern. Vorher die Pflanzen von abgestorbenen Resten reinigen und spülen. Sonst kann es passieren dass man im Frühjahr lediglich eine faulige Brühe im Eimer vorfindet.

Es heißt die Seerose ist nicht winterhart, zumindest nicht im Miniteich, dafür ist er zu klein und hat auch zu wenig schlammigen Grund für die Rhizome über die sich die Seerose vermehrt. Doch es kommt nicht selten vor dass Seerosen den Winter im Miniteich überstehen.

 Wassertiere und Winter

Wassertiere wie Fische, Garnelen und Schnecken kann man wunderbar in einem Aquarium oder Nanoaquarium überwintern. Fische und Garnelen im Miniteich ist nur etwas für Leute die sich damit auskennen. Einfach mal Fische kaufen und hoffen dass das gut geht ist nicht der richtige Weg. Siehe Überwinterung der Wassertiere.

 Technik und Winter

Die Technik wie Pumpen und Beleuchtung müssen aus dem Miniteich entfernt werden. Pumpen dürfen nicht einfrieren. Pumpen dürfen aber auch nicht austrocknen. Pumpen aus dem Miniteich nehmen, reinigen und in einen Eimer mit Wasser stellen.

Gefäß umwickeln, Luftpolsterfolie, Bastmatte und Laub,

Fadenalgen und Algenblüte

Mit diesem Thema wird jeder konfrontiert. Entweder weil es einen tatsächlich betrifft oder als Horrorszenario das man gelesen hat.

Algen kommen natürlicher Weise vor und erfüllen ökologisch wichtige Funktionen. Algen treten typischerweise im Frühjahr auf und verschwinden, sofern das Wassermilieu stimmt, wieder von selbst. Die Frage ist nur wie viel Algen wieder von selber gehen und wieviel bleiben.

Es gibt Faktoren die begünstigen das Algenwachstum und es gibt Möglichkeiten die Algen zu bekämpfen oder generell im Miniteich klein zu halten.

 Was begünstigt das Algenwachstum?

Im Grunde lässt sich das Algenwachstum auf die Faktoren Standort und Nährstoffe reduzieren.

Zuviel Sonne und Wärme beschleunigen das Wachstum. Ein Miniteich sollte im optimalen Fall im Halbschatten stehen.

Nährstoffe sind das Futter für die Algen. Ohne Nährstoffe kein Algenwachstum. Nährstoffe werden durch Pflanzenreste, Eintrag aus dem Umfeld (Laub, Blütenblätter, Pollen) oder durch überschüssiges Futter für Fische eingetragen.

Der erste Nährstoffeintrag erfolgt häufig dadurch dass man statt passendes Substrat für die Wasserpflanzen normale Erde nimmt. Auch ungewaschener Kies oder ungewaschene Steine können viele Nährstoffe mitbringen.

Ein ausgeglichenes Wassermilieu reduziert oder verbannt die Alge aus dem Miniteich.

 Natürliche Algenbekämpfung

Zur natürlichen Algenbekämpfung zählen Wasserpflanzen, Wasserschnecken, der richtige Standort, Wasserqualität und die Entfernung per Hand.

Auf der einen Seite muss man die Symptome bekämpfen und zugleich die Ursache erforschen die das Algenwachstum hervorruft. Die Entfernung per Hand ist zum Beispiel die Bekämpfung des Symptoms und nicht die der Ursache.

• Wasserpflanzen, vor allem Schwimmblattpflanzen bringen zusätzlichen Schatten in das Wasser und reduzieren die für die Algen so wichtige UV Einstrahlung. Bestimmte Pflanzen binden die Nährstoffe.

  • Wasserhyazinthe
  • (Mini) Seerose
  • Wasserlinse
  • Froschbiss
  • Tausendblatt

• Wasserschnecken ernähren sich von Algen die sich an Steinen, Wasserpflanzen und Gefäßrand ablagern.

• Fische hingegen sind zur Algenbekämpfung bedingt geeignet. Bei falscher Fütterung befeuern sie den Kreislauf aus Nährstoff und Algenwachstum.

Tipp

Zur Entfernung der Fadenalgen per Hand eignet sich eine Flaschenbürste, Toilettenbürste oder auch ein rauer Holzstab.

 Hilfsmittel zur Algenbekämpfung

Hilfsmittel zur Algenbekämpfung gibt es eine ganze Reihe. Was früher nur mit Chemie möglich war wird heute mit biologischen Mitteln gemacht die weder für Pflanze noch Tier negative Folgen haben. Selbst Haustiere können das Wasser direkt nach Anwendung trinken.

Eine Methode ist die Verbesserung der Wasserqualität. Kurz gesprochen man arbeitet an dem PH-Wert und der Karbonhärte. Ein regelmäßiger Wassertest zeigt die Entwicklung im Teich und man bekommt ein Gefühl für das Wasser.

Desweiteren lassen sich Algen durch Mittel binden. Die Algen sterben ab und sinken zu Boden. Der Bodenschlamm der sich dadurch bildet kann man dann mit einem Schlammsauger entfernen oder man wartet bis zum Herbst wenn man den Miniteich winterfest macht.

 Xylit – die Nährstofffalle

Besonders bewährt haben sich sogenannte Xylitrollen oder Xylittaschen. Diese klären auf natürliche Weise das Wasser. Das Xylit hat nichts mit dem Zuckeraustauschstoff zu tun.

Xylit wird auch als Kohleholz bezeichnet und entsteht in großen Mengen bei der Braunkohleproduktion. Bisher wurde es als Zusatzstoff für Substrate und Blumenerde verwendet.

Xylit verfügt durch die poröse Struktur über eine große Oberfläche. Bestimmte chemische und biologische Prozesse sorgen dafür dass Phosphor, Stickstoff und Nitrate an der Faseroberfläche angelagert werden.

Diese Stoffe stehen dann dem Algenwachstum nicht mehr zur Verfügung. Die Folge ist ein deutlich reduziertes Algenwachstum und ein wesentlich klareres Wasser.

Xylit als Tasche oder Rolle sind einfachst anzuwenden und relativ günstig. Zudem muss man die Xylittaschen nur selten tauschen und kann mit einer Ladung mehr als eine Teichsaison überstehen.

Die vom Xylit gespeicherten Nährstoffe werden an bestimmte und gewünschte Teichpflanzen abgegeben. Fast ein Wundermittel und einfach einzusetzen.

Wasserpflanzen für den Miniteich

Im Grunde gibt es für den Miniteich folgende Pflanzzonen.

  • Sumpfzone, Flachwasser, das ist der Randbereich mit Pflanztiefen bis ca. 10 cm
  • Pflanzzone 20cm und tiefer – dort finden Schwimmblattpflanzen (wie die Seerose) und die Unterwasserpflanzen ihr Zuhause
  • Wasseroberfläche – der Bereich für die Schwimmpflanzen wie die Wasserhyazinthe

 Wasserpflanzen einpflanzen

Generell gilt: Pflanzenballen auswaschen bevor man diese in den Miniteich einsetzt. Damit werden überschüssige Nährstoffe ausgespült und mögliche, nicht erwünschte Wassertiere ausgespült. Danach, wie hier beschrieben, in Pflanzkörbe setzen (mehr zu Wasserpflanzen).

 Die beliebtesten Wasserpflanzen

Die beliebtesten Wasserpflanzen sind keine Modeveranstaltung sondern Pflanzen die sich bewährt haben und deshalb beliebt sind.

So gibt es Funktionspflanzen die für Sauerstoff sorgen und das Algenwachstum vermindern. Pflanzen die sehr viel an Nährstoffen binden und ebenfalls das Algenwachstum bremsen.

Es gibt Schwimmblattpflanzen (wie die Seerose) die das Wasser beschatten und Randpflanzen die für zusätzlichen Schatten im Teich sorgen.

Tausendblatt

Das Tausendblatt ist eine Unterwasserpflanze. Gewöhnlich wird sie in einer Wassertiefe bis zu 50cm gepflanzt. Die Blüten ragen ca. 10 cm bis 25 cm aus dem Wasser heraus. Sie ist bedingt winterhart, breitet sich mäßig aus und ist pflegeleicht. Sie liebt kalkarmes Wasser.

Kanadische Wasserpest

Die Wasserpest kann vor allem in freien Gewässern zur Plage werden. Daher ist das Ausbringen überschüssiger Pflanzen unter Strafe verboten.

Im Miniteich lässt sich die Unterwasserpflanze gut unter Kontrolle halten. Überschüssige Pflanzen einfach entfernen und im Hausmüll entsorgen.

Die kanadische Wasserpest ist ein hervorragender Sauerstofflieferant Zudem dient sie als Versteck für Wasserlebewesen jeder Art. Sie ist auch Nahrungsgrundlage pflanzenfressender Fische. Die Wasserpest ist winterhart und bevorzugt kalkhaltiges Wasser.

Wasserhyazinthe

Die Wasserhyazinthe ist eine Schwimmpflanze die nicht eingepflanzt werden muss. Sie ist Sauerstofflieferant und Nährstoffsammler. Sie ist frostempfindlich und nicht winterhart.

Die Wasserhyazinthe liebt Sonne und benötigt etwas Halbschatten. Selbst liefert sie Schatten für das Wasser.

Die Blüte ist prächtig und ragt im Extremfall bis zu 30 cm aus dem Wasser.

Wasserminze

Die Wasserminze ist eine Pflanze für den Randbereich und liebt Wassertiefen bis 10cm. Sie wächst bis zu 60 cm in die Höhe. Die Blätter sind essbar und eignen sich für Salate und Getränke. Die Blüten sind violett und kugelig.

Die Wasserminze ist problemlos in der Pflege, muss ab und an ausgedünnt werden und ist winterhart.

Sumpfdotterblume

Die Sumpfdotterblume ist ein Frühjahrsblüher. Zwischen März und Mai lässt die die Uferränder (Sumpfzone) in gelb erblühen. Die braucht Flachwasser und ist winterfest.

Die Haltung ist einfach. Der ideale Standort ist sonnig bis Halbschatten.

Wasserlinse

Die Wasserlinse saugt Nährstoffe aus dem Wasser und beugt Algenwachstum vor. Zudem beschattet sie das Wasser. Schnell kann diese Pflanze den ganzen Miniteich bedecken doch sie lässt sich auch einfach ausdünnen.  Als Schwimmpflanze wird sie einfach in das Wasser gelegt. Sie liebt den sonnigen Standort.

Froschbiss

Auch der Froschbiss ist ein wahrer Nährstoffsauger und beugt der Algenblüte vor. Sie ist eine Schwimmpflanze und wird einfach in das Wasser gelegt. Die Schwimmblätter beschatten das Wasser und die weißen Blüten sind eine Freude. Sie sollte in keinem Miniteich fehlen. Der Standort ist sonnig, sie ist winterhart.

Zwerg Rohrkolben

Der Zwergrohrkolben steht im Randbereich und liebt die volle Sonne. Sie ist mit 70cm Höhe die kleine Rohrkolbenart. Die Haltung ist einfach, die Pflanze ist winterhart.

Sumpf Vergissmeinnicht

Sie ist für den Teichrand geeignet. Sie ist auch für flache Wasserschalen geeignet. Die Blüten ragen bis 30cm in die Höhe und blüht von Mai bis September.

Zwerg Seerosen

Natürlich darf in einer Aufzählung die Seerose nicht fehlen. Für den Miniteich mit mehreren Pflanzen eignet sich die Zwerg Seerose. Ansonsten kann man sich überlegen einen Miniteich mit nur ein oder zwei Seerosen zu bepflanzen. Die Seerose gehört zu den Schwimmblattpflanzen und wird in Wassertiefen ab 20cm gepflanzt.

Sie verträgt keinen Springbrunnen oder bewegtes Wasser. Die Seerose liebt die Sonne und beschattet das Wasser.

 

Rechtliche Aspekte

Beim Miniteich gilt wie überall, man haftet für Schäden die man verursacht. Ein Wasserschaden oder Personenschaden kann sehr schnell viel Geld kosten. Eine entsprechende Versicherung ist sinnvoll.

Weiterhin trifft auch beim Miniteich in universales Gesetz zu: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben wenn es dem Nachbarn nicht gefällt.“

 Wasserschaden

Besondere Umsicht ist geboten wenn man einen Miniteich auf dem Balkon aufstellt. Dieser sollte unbedingt wasserdicht sein und nicht drohen auseinander zu fallen.

 Mücken, Mückenplage

Oftmals wird versucht einen unliebsamen Miniteich auf einem Balkon mit dem Argument der Mückenplage weg zu bekommen. Ein gut geführter Miniteich entwickelt keine Mückenplage, eher schon Pfützen, Wasserreste in der Dachrinne oder vernachlässigte Vogeltränken.

Ein Gerichtsurteil das einen Miniteich aufgrund von Mückenplage verbietet ist nicht bekannt. Zumal nachgewiesen werden muss dass der Miniteich ursächlich für die Mückenplage ist.

 Plätschern

Plätschern einer Springbrunnenpumpe kann tatsächlich zu einem Klagegrund werden. Wer einen Springbrunnen in dicht besiedeltem Gebiet auf einem Balkon hält kann von der Hausverwaltung dazu angehalten werden das Geräusch abzustellen, zumindest für bestimmte Ruhezeiten.

 Gestank

Vernachlässigt einer seinen Miniteich und lässt Pflanzen, Fische und Schnecken vor sich hinfaulen kann er sehr wohl Probleme bekommen. Das ist einmal der Gestank und das andere Mal kann dann der Miniteich tatsächlich Hort einer Mückenplage sein.

 Tierquälerei

Werden Fische und Lebewesen unsachgemäß in einem Miniteich gehalten, so kann eine Anzeige wegen Tierquälerei erfolgen. Wie weiter oben besprochen, Fische in einem Miniteich bitte nur von erfahrenen Leuten, zum Beispiel Aquarianern, einsetzen.

 Verkehrssicherungspflicht

Eine Besonderheit ist die Verkehrssicherungspflicht. Diese besagt (in Kürze) dass ein Teich so abgesichert sein muss (z.B. durch Umzäunung des Grundstückes) dass Unbefugte keinen Schaden nehmen. Insbesondere wurde hier an Kinder gedacht die darin ertrinken könnten. Das gilt auch für Regentonnen und für Miniteiche.

 Kabelbrand, Feuer

Falls mit dem Miniteich technische Geräte betrieben werden so kann durch einen Defekt ein Kabelbrand verursacht werden. Das kann auch solarbetriebene Geräte treffen.

 Froschquaken

Miniteiche können auch von einem Frosch als Heimstätte auserkoren werden. Nur allzu bekannt sind die Streitigkeiten um das quaken des Frosches. Bis hin zum Bundesgerichtshof geht die Entscheidung zu Gunsten des Frosches aus. Der Nachbar hat kein Recht dass der Frosch entfernt wird oder der Teich deshalb zugeschüttet wird.

Das heißt natürlich auch dass man den Frosch selbst auch nicht entfernen darf. Das trifft auch auf Amphibien zu.

 Tiere und Pflanzen ausbringen

Tiere und Pflanzen aus dem Miniteich dürfen nicht in die Natur verbracht werden. Auch der Kompost ist nicht immer ratsam, besonders wenn es sich um exotische Tiere und Pflanzen handelt. Diese können großen Schaden in der heimischen Natur anrichten.

So ist es zum Beispiel in einigen Bundesländern unter Strafe verboten die Wasserpest aus zubringen. Diese muss im Hausmüll entsorgt werden.

Miniteich – die Ausstattung im Überblick

Noch einmal im zusammen fassenden Überblick was man für einen Miniteich braucht oder brauchen könnte. Nicht berücksichtigt sind Aquarien für die Überwinterung oder Material für die Reinigung.

 Checkliste

  • Behälter
  • gewaschener Kies
  • gewaschene Steine
  • evtl. Teichfolie
  • evtl. Springbrunnen
  • Rollen, Möbelroller
  • Steine zum unterstellen (Weinfass)
  • Holzleisten um Schrägen auszugleichen
  • Wasserpflanzen
  • Pflanzkörbe
  • Vlies
  • Teichsubstrat
  • Wassertiere
  • Wassertest
  • Algenmittel

In 8 Schritten zum Miniteich

 Behälter am endgültigen Standort platzieren und ausrichten. Ist der Untergrund abfallend kann dieses durch Unterlegkeile ausgeglichen werden. Bei der Standortwahl auch bedenken ob man Stromanschluss braucht.

 Den Grund mit einer Schicht Kies bedecken. Der Kies sollte gewaschen sein. Das kann kleiner Kies sein oder aber auch Kieselsteine. Gerne werden die Größen zwischen 8mmm und 25mm genommen. Diese gibt es in unterschiedlichen Farben. Heller Kies macht einen schönen Kontrast.

 Mit Steinen die unterschiedlichen Wassertiefen und Stufen herstellen. Nur gewaschene Steine nehmen. Das können Ziegelsteine oder auch Pflastersteine sein.

 Wenn ein Quellstein, oder auch eine Brunnenfigur oder Wasserspeier verwendet wird, diesen platzieren. Meist braucht dieser nochmal einen Unterbau aus Steinen.

 Nun heißt es Wasser marsch. Aber bitte dezent einfüllen. Ein guter Trick, bei den Aquarianern abgeschaut, ist es zum Beispiel für die ersten Zentimeter einen kleineren Eimer oder einen Teller in den Teich zu stellen und dort das Wasser hinein laufen lassen. So vermeidet man unnötiges aufwirbeln.

 Wasser aus einem bereits vorhandenen Teich bringt Starthilfe und befördert das Wassermilieu. Regenwasser ist gut, sofern es sich nicht gerade um das Wasser handelt das gerade frisch vom Dach kommt. Das enthält doch recht viel Nährstoffe und befördert das Algenwachstum. Es kann auch ohne weiteres normales Leitungswasser genommen werden. Dann aber sollte man mit Fischen oder Schnecken noch einige Tage warten bis sich das Wasser eingestellt hat.

 Ist der Teich zu dreiviertel voll die Springbrunnenpumpe platzieren. Am besten auf einen extra Pflasterstein. Das verhindert dass Teichschlamm vom Grund angesaugt wird. Nun ist es auch Zeit sich um die Wasserpflanzen zu kümmern.